14 Rübenblätter und -köpfe werden entweder frisch verfüttert oder durch Einsäuern, besser aber noch durch Trocknung haltbar gemacht. Größter Wert für die' Fütterung der Viehbestände kommt den Schnitzeln zu. Je nach der Abpressung werden von den rüben verarbeitenden Fabriken durchschnittlich 4b bis 66 Hundertteile so genannte Naßschnitzel, auch frische Schnitzel genannt, als Rückstände bei der Aussonderung (Auslaugung) des Zuckersaftes aus den zu Streifen zerkleinerten Rüben gewonnen. Die Zuckerfabriken sind meistens durch ihre Satzungen oder durch Verträge verpflichtet, diese Schnitzel ganz oder zum größten Teil unentgeltlich an ihre Beteiligten und an die Kaufrübenbauer zurückzugeben. Als Mindestrückgabe sind durchschnittlich etwa 40 bis 45 Hundertteile vorgeschrieben; dieser Satz steigert sich aber vielfach bis auf 50 Hundertteile. Viele Fabriken verfügen über ausreichende Trockenanlagen für die Schnitzel, in denen 5,5 bis 6 °/ 0 der verarbeiteten Rüben als Trockenschnitzel gewonnen werden. Auch diese werden den Beteiligten zurückgegeben. Wenn einzelne Fabriken nur 4 bis 4 1 / 2 Hundertteile zurückgeben, so geschieht das entweder nur bei Kaufrübenbauern oder zu dem Zwecke, die Einnahmen für den überschießenden Teil von 1 bis 2 Hundertteilen zum Ausgleich der erwachsenden Trockenkosten zu benutzen. Werden die Schnitzel mit Melasse getrocknet, so gewinnen die Fabriken, je nach dem Melassezusatz, 6 bis 8 Hundertteile sogenannter Melassetrocken schnitzel. Viele Fabriken sind durch ihre Satzungen und Verträge verpflichtet, auch diesen hohen Prozentsatz an Melassetrockenschnitzeln voll zurückzugeben. Die nach dem Stesfen'schen Brühverfahren arbeitenden Fabriken entziehen den Schnitzeln nur einen Teil des Zuckers und gewinnen so nach der Trocknung in den sogenannten Zuckerschnitzeln ein besonders hochwertiges Futter, das etwa 30 Hundertteile Zucker ausweist und dementsprechend auch höher bezahlt wird. Der beim Schleudern des Rohzuckers abfallende Rückstand, die Melasse, eine stark zuckerhaltige Sirupmasse, die früher fast aus schließlich in die Melasse-Entzuckerungsanstalten wanderte, findet schon seit mehreren Jahrzehnten in immer steigendem Maße Auf nahme in der. Landwirtschaft. Ihr Futterwert beruht zum größten Teil aus ihren etwa 48 °/ 0 Zuckergehalt, weiterhin auch auf den die Verdauung fördernden Wirkungen ihrer Salze. Durch die Melasse wird die Freßlust gereizt und die Tiere werden zur Aufnahme und Verdauung auch solcher Futtermittel angeregt, die sie sonst für sich allein ungern oder doch nur in geringen Mengen ausgenommen hätten. Melasse ist in kaltem Zustande ein zähflüssiger Sirup und daher bei der Verabreichung als Futter unhandlich, um so mehr als zu große