Tür, so daß ein übermäßiges und unwirtschaftliches Anwachsen der Bestände zu befürchten war. Von Anbeginn verfolgte die Regierung diese Lage und ihre Ent wicklung mit besonderem Interesse. Im Benehmen mit allen be teiligten Kreisen, mit der Landwirtschaft, der Rohzucker- und Raffinerie-Industrie, dem Groß- und Kleinhandel, den weiterver- arbeitenden Industrien und mit Vertretern der Verbraucher wurde die Sachlage wiederholt erörtert und nach Abhilfemaßnahinen gesucht. Dabei zeigten sich alsbald zwei Wege, die Aussicht auf Lösung der Schwierigkeiten boten. Der eine Plan ging dahin, durch gesetzliche Maßnahmen die in absehbarer Zeit nicht absetzbare Menge von Zucker vorerst völlig aus dem Verbrauche zurückzuerhalten, ihn gleichsam einzusperren, die Beleihung zu erleichtern und lediglich eine beschränkte Menge zur Ausfuhr freizugeben. Diese in die normalen Verhältnisse stark einschneidende Maßnahme muhte besonders in Handels- und Verbraucherkreisen starke Bedenken hervorrufen, da sie zur Voraus setzung hatte, daß die überwiegende Mehrzahl aller Lieferungsverträge für Zucker neuer Ernte hätte aufgehoben werden müssen. Der zweite Plan rechnete mit einer leichteren Handhabung der Ausfuhrbeschränkungen, und zwar in der Art, daß man grundsätzlich für die Ausfuhr eine Menge frei gibt, die etwa dem Durchschnitt der normalen Jahre entspricht, so daß also Erzeugung und Handel in seinen normalen Bahnen bleibt mit der alleinigen, aber allerdings für die Versorgung unseres Volkes sehr wesentlichen Ausnahme, daß die Ausfuhr abgeschnitten wird, sobald die dafür freigegebene Menge tatsächlich in das Ausland abgeführt worden ist. In wiederholten Beratungen find beide Pläne eingehend geprüft worden. Dabei ergab sich, daß der Durchführung des ersten Planes im Hinblick aus die bestehenden Lieferungsverträge in der Tat außer ordentliche Schwierigkeiten entgegenstehen. Man gelangte zu der Überzeugung, daß die Lösung dieser Verträge ohne Schädigung wichtiger Erwerbsgruppen kaum möglich ist. Namentlich die Ver träge der weiterverarbeitenden Industrien (Schokolade-, Keks-, Zucker- waren- und andere Industrien) und die weit verzweigten Abschlüsse bis in die Verbraucherkreise hinein ließen diesen Weg ungangbar erscheinen. Zudem und hauptsächlich aber stand der Weiterverfolgung dieses Planes der Umstand hindernd im Wege, daß seine Ausführung nur bei einer nicht unerheblichen Erhöhung der Preise im Kleinhandel möglich gewesen wäre. So erschien es als die zweckdienlichste Lösung, das Ausfuhr verbot für Zucker als solches zwar aufrechtzuerhalten, trotzdem aber durch für jede Einzelsendung nachzusuchende Erlaubnis eine Menge