51 4* ein Teil der bisherigen Fläche mit Rüben bestellt wird. Bekanntlich wird nur etwa die Hälfte der normalen inländischen Erzeugung für den einheimischen Bedarf gebraucht. Nur der einheimische Bedarf wird aber in der gegenwärtigen Zeit zu berücksichtigen sein. Ein großer Teil des Rübenareals wird also für die Erzeugung anderer Früchte, die für die Volksernährung wichtiger sind als Zuckerrüben, frei werden. . . . Für die Benutzung des freiwerdenden Landes kommt in erster Linie das der Volksernährung dienende Brotgetreide, Sommerweizen und Sommerroggen, in zweiter Linie Gerste und Hafer in Frage. Bei dem hohen Preise, den diese Körnerfrüchte haben und während der ganzen Dauer des Krieges haben werden, dürfte der Anbau ebenso rentabel sein wie der der Zuckerrübe." Nach der Statistik der landwirtschaftlichen Bodenbenutzung im Jahre 1913*) betrug das Acker- und Gartenland 26 059 154 ha. Davon waren mit Getreide bebaut 15 301 085 „ , mit Zuckerrüben 583 404 „ . Die mit Getreide bebaute Fläche betrug 58,72% 1 des Acker- und und die rnit Zuckerrüben bebaute Fläche 2,24 „ / Gartenlandes. Eine Verminderung der Zuckerrübcn-Anbauflächc um ein Viertel, wie sie vorgeschlagen wurde, hätte die Zuckerrüben-Anbaufläche von 2,24 % auf 1,69% des Acker- und Gartenlandes vermindert und die Ge treideanbaufläche von 58,72 % auf 59,27 % erhöht. Mit anderen Worten: Durch die Einschränkung des Zuckerrübenanbaues konnte im günstigsten Falle eine Vermehrung der Getreideanbaufläche um wenig mehr als ein Hundertstel der bisher mit Getreide bebauten Fläche erwartet werden. Noch anschaulicher wird das Bild, wenn man ermittelt, für welchen Zeitraum ein Viertel der im Jahre 1913 mit Zuckerrüben bebauten Fläche den Bedarf der Bevölkerung bet Bebauung mit Zuckerrüben und bei Bebauung mit Weizen decken kann. Der durch schnittliche Hektarertrag bei Weizen betrug im Deutschen Reiche in den Jahren 1903 bis 1912 2,14 Tonnen**). Legt man einen Tages verbrauch von 200 g Mehl auf den Kopf der Bevölkerung bei 80 % iger Ausmahlung zugrunde, so kann der auf 145 851 ha geerntete Weizen den Bedarf des deutschen Volkes an Mehl auf 18,3 Tage decken. Der durchschnittliche Hektarertrag an Zuckerrüben in den Jahren 1903 bis 1912 betrug 286,4 dz. Auf 145 851 ha können also 41 771 726 dz *) Vierteljahrsheste zur Statistik des Deutschen Reiches 24 ^iabr. gang 1915, IV. Heft, S. 1. ' ° ' **) Vierteljahrshefte zur Statistik des Deutschen Reiches, 23. Jahrgang, 1914, Heft I, Seite 133. 0 J ü a