52 Zuckerrüben — 6 426 419 dz Rohzucker gewonnen werden. Im Zuckerbetriebsjahre 1913/14 betrug der durchschnittliche Zuckerver brauch auf den Kops oer Bevölkerung 21,07 kg (Rohwert), als durchschnittlicher täglicher Zuckerverbrauch ergibt sich danach 57,7 g (Rohwert). Die gleiche Fläche, die den Bedarf an Weizen bei starker Einschränkung des Verbrauches auf 16,3 Tage hervorzubringen ver mag (Roggen für 10,2 Tage), vermag bei Bebauung mit Zuckerrüben bei dem normalen Friedensverbrauch den Bedarf des deutschen Volkes an Zucker auf 163,7 Tage sicherzustellen. Die auf Veranlassung des Preußischen Landwirtschaftsministers in Aussicht genommenen Maßnahmen zur Einschränkung des Zucker rübenanbaues fanden in der Sitzung des preußischen Abgeordneten hauses vom 24. Februar 1915 eingehende Besprechung. Die Stellung nahme der einzelnen Redner soll hier nach dem stenographischen Protokoll im Wortlaut wiedergegeben werden*): vr. Busse (kons.): . . Schließlich noch einige Worte über die Bedeutung des Zuckerrübenbaues. Der Wert der Zucker rübe ist während des Krieges in ein besonderes Licht gerückt worden, da unstreitig keine andere Frucht eine solche Menge von Nährstoffen sowohl für menschliche wie für tierische Ernährung abwirft wie die Zuckerrübe. Leider muß mau feststellen, daß Arbeiter- und Stickstoff mangel dem Anbau in diesem Jahre eine gewisse natürliche Grenze setzen wird. Unter diesen Umständen scheint es zweifelhaft, ob die von dem Herrn Minister angekündigten Maßnahmen des Bundesrats, welche darauf hingehen, daß der Zuckerrübenbau um 25 % ein geschränkt werden soll, eine besondere Bedeutung bekommen werden. Denn wenn anzunehmen ist, daß die Produktion ohnehin eingeschränkt wird, hätte sich ein Eingreifen der Behörden erübrigt. . . ." Gras v. der Groeben, Abgeordneter (kons.): „. . . Wenn ich auf die Erhaltung und Vermehrung unserer Vieh bestände zu sprechen komme, so ist damit verbunden die Produktion unserer Zuckerrüben; denn unser Rübenbau hängt auf das aller engste zusammen mit einer vermehrten Viehhaltung; eins greift ins andere: der Rübenbau bedingt eine vermehrte Viehhaltung, und die vermehrte Viehhaltung kommt auch wiederum dem Zuckerrübenbau zugute. Der Herr Berichterstatter hat bereits mit vollem Recht be tont, daß die Masse an Nährstoffen für Menschen und Vieh gerade beim Zuckerrübenbau verhältnismäßig die allerbedeutendste ist. Wir verkennen die Gründe nicht, welche die Königliche Staatsrcgierung in *) Verh. des Hauses der Abg. 22. Legisl.-Per. II. Session 1914/15, S. 8166 ff.