55 zahlreichen geschulten Arbeitskräfte und die Gespanne; andererseits war es der deutschen chemischen Industrie damals noch nicht gelungen, zum Ersatz für den zum Düngen benutzten Chilisalpeter hinreichende Mengen Stickstoff für Düngungszwecke bereitzustellen. Darauf ist cj auch zurückzuführen, daß die vom Preußischen Landwirtschafts minister angestrebte Verminderung der Zuckerrüben-Anbaufläche um ein Viertel der früher bebauten Fläche noch um 7 v. H. übertroffen wurde. Im Jahre 1914 waren für die Zwecke der Zuckererzcugung 546 700 Hektar mit Zuckerrüben bebaut, im Jahre 1915 ging die mit Zuckerrüben bebaute Fläche auf 364 500 Hektar zurück. 2. Ende April 1915 bis November 1915. Während der erste Zeitabschnitt der deutschen Zuckerwirtschaft im Kriege unter dem Zeichen des Zuckerüberflusses und der zu seiner Behebung getroffenen Maßnahmen stand, wird der Abschnitt von Ende April bis November 1915 durch eine wachsende Beunruhigung des Zuckermarktes und durch die steigende Tendenz der Preise gekennzeichnet. In den ersten Monaten des Betriebsjahres 1914/15 hatten sich die Abfertigungen von Verbrauchszucker zum steuerpflichtigen Jn- landsverbrauche in den üblichen Grenzen gehalten. Die Deckung des Verbrauchszuckerbedarfs vollzog sich im Rahmen des jeweils frei gegebenen Kontingentanteiles ohne Störung. Erst gegen Ende des Monats April nahmen die Abfertigungen in den freien Verkehr einen größeren Umfang an. Es wurde in den Monaten April, Mai, Juni 1915 mehr als ein Drittel (1183 759 dz) Verbrauchszucker mehr versteuert als in den gleichen Monaten des Vorjahres. Mit der am 27. Mai erfolgten Freigabe von weiteren 15 Hundertteilen des Kontingents zum steuerpflichtigen Julandsverbrauche überstieg die ins gesamt freigegebene Menge mit 16,5 Millionen Doppelzentnern den Jnlandsverbrauch des letzten Betriebsjahres bereits um 2 000 000 dz. Zum steuerfreien Verbrauche, also hauptsächlich zur Verfütterung, wurden im Betriebsjahre 1914/15 nahezu 4 700 000 dz Rohzucker abgelassen; als Ersatz für Getreide und Kartoffeln bei der Herstellung von Preßhefe und Spiritus fanden etwa 850 000 dz Rohzucker Ver wendung. Die Möglichkeit der Verwendung von Zucker zum Zwecke der Streckung von Brot wurde damals vielfach erörtert; die in dieser Richtung angestellten Versuche hat Brukner*) erschöpfend dargestellt. *) a. o. O. S. 27—29.