Einleitung.

I.  Wirtschaft,  Volkswirtschaft,  Weltwirtschaft.
Das  Leben  des  Menschen  in  den  einfachsten  wie  in  den  hochentwickeltsten
Kulturverhältnissen  besteht  in  zahlreichen  ewig  sich  erneuernden  Forderungen ­
  geistiger  (seelischer)  und  leiblicher  Art.  Sie  erstrecken  sich  sowohl
auf  Güter  der  Außenwelt,  wie  auch  auf  Dienstleistungen  anderer  Menschen.
Man  nennt  sie  Bedürfnisse.  Sie  muß  der  Mensch  befriedigen,  um
leben  und  schaffen  zu  können.  Diese  planmäßige  Tätigkeit  des  Menschen,
sich  Gegenstände,  die  ihm  von  der  Natur  in  der  Regel  nicht  ohne  weiters
geboten  werden,  und  solche  Dienste  durch  Arbeit,  durch  Aufwendung  geistiger ­
  nnd  physischer  Kraft,  zu  beschaffen,  mit  anderen  Worten:  dieTätigkeit
  des  Menschen,  die  darauf  gerichtet  ist,  für  seinen
Unterhalt  zu  sorgen,  nennt  man  wirtschaftliche
Tätigkeit.  Ursache  jeder  wirtschaftlichen  Tätigkeit  sind  also  die  Bedürfnisse ­
  des  Menschen.  Da  diese  sich  stetig  erneuern  und  vermehren,  so
beansprucht  die  wirtschaftliche  Tätigkeit  einen  nicht  unerheblichen  Teil  der
Zeit  des  menschlichen  Lebens.
Die  Objekte  der  Außenwelt,  die  zur  Befriedigung  menschlicher  Bedürfnisse ­
  dienen,  nennt  man  Güter  (f.  S.  19).  Stehen  sie  nicht  jedem
ohne  Mühe  zur  Verfügung,  sind  sie  relativ  selten,  d.  h.  sind  sie  im  Verhältnis ­
  zum  gegenwärtigen  und  voraussichtlich  zukünftigen  Bedarf  nur  in
beschränkter  Menge  vorhanden,  und  können  sie  nutzbar  gemacht  werden,
d.  h.  lohnt  es  sich,  sie  gegen  andere  Gegenstände  einzutauschen,  dann  spricht
man  von  wirtschaftlichen  Gütern.  Bei  diesen  wird  unterschieden
zwischen  solchen,  die  unmittelbar  dem  Verbrauch  dienen,  Verbrauchs-  oder
Konsumgütern,  und  solchen,  die  nur  mittelbar  dienen  und  Verbrauchsgüter ­
  erst  hervorbringen,  die  sog.  Produktivgüter  oder  Produktionsmittel.
Freie  Güter  nennt  man,  im  Gegensatz  zu  wirtschaftlichen  Gütern,
Güter,  die  die  Natur  in  unerschöpflicher  Fülle  bietet  und  über  die  niemand
1  Obst,  Volkswirtschaftslehre.  ^