sammelt  keine  Vorräte,  sondern  lebt,  wie  wir  heute  sagen,  von  der  Hand
in  den  Mund,  einzig  und  allein  bestrebt,  für  die  Befriedigung  materieller
Bedürfnisse  zu  sorgen.  In  der  2.  Periode,  der  des  Hirten-  und  Noma ­
  d  e  n  v  o  l  k  e  s,  das  mit  seinen  Herden  umherwandert  und  Weideplätze
sucht,  tritt  der  Produktionsfaktor  Arbeit  (Viehzucht)  stärker  hervor.  Weit
mehr  ist  in  der  3.  Periode,  in  der  eine  planmäßige  Produktion  vegetabilischer ­
  Nahrungsmittel  stattfindet,  beim  seßhaften  Ackerbauvolk, ­
  regelmäßige  Arbeit  erforderlich.  Eine  wirkliche  Volkswirtschaft ­
  kann  sich  aber  erst  beim  Aufkommen  einer  gewerbsmäßigen  Produktion ­
  und  eines  größeren  Handels  entwickeln,  beim  Ackerbau  -  und
Gewerbevolk,  und  in  noch  höherem  Maße,  wenn  exportiert  wird  und
eine  internationale  Arbeitsteilung  eintritt,  beim  Industrie-  und
Handelsvolk.  —  Diese  Aufstellung  hat  zwei  Mängel:  1.  die  Reihenfolge ­
  der  Stufen  entspricht  nur  bei  einigen  Völkern  dem  historischen  Aufeinander; ­
  2.  zugleich  mit  der  Produktionsrichtung  verschiebt  sich  auch  die
Betriebsweise  der  anderen  Wirtschaftszweige.
2.  Nach  dem  Zustande  des  Tauschverkehrs  unterscheidet  man
—  zuerst  geschah  dies  durch  BrunoHildebrand  —  dieNatural-,
die  Geld-  und  die  Kreditwirtschaft.
Als  Naturalwirtschaft  bezeichnet  man  einmal  denjenigen  Zustand ­
  der  Volkswirtschaft,  in  dem  das  einzelne  Individuum  bzw.  kleine
Gruppen  (Horden)  sich  durch  ihrer  Hände  Fleiß  d  i  e  Güter  beschaffen,  -
die  sie  zur  Befriedigung  des  eigenen  Bedarfs  benötigen.  Findet  Tausch
statt,  so  nur  in  der  Form  des  unmittelbaren  Güteraustausches  ohne  Geldmittler.
  Geldwirtschaft  bezeichnet  den  Wirtschaftszustand,  in  dem
der  Verkehr  nicht  mehr  auf  den  schwerfälligen  Naturalaustausch  ange»
wiesen  ist,  sondern  sich  als  Preis-  und  Wertmaß  des  gemünzten  Geldes
bedient.  Aus  der  Geldwirtschaft  hat  sich  die  Kreditwirtschaft
herausgebildet,  d.  h.  ein  großer  Teil  der  Tauschgeschäfte  vollzieht  sich  puf
Grund  des  Kredits.  Geld  ist,  wie  bei  der  Geldwirtschaft,  allgemeines
Tausch-  und  gesetzliches  Zahlungsmittel,  aber  ein  großer  Teil  der  Zahlungen ­
  wird  durch  Geldersatzmittel  (Geldsurrogate),  wie  Scheck,  Verrechnungen, ­
  Papiergeld,  Banknoten  usw.,  beglichen.  Die  Kreditwirtschaft
bildet  nicht  einen  Gegensatz  zur  Geldwirtschast,  wie  die  Geldwirtschaft  zur
Naturalwirtschaft,  sondern  sie  ist  nur  eine  höher  entwickelte  Form  der
Geldwirtschaft.