genannt  —  das  Wort  Ökonomie  stammt  von  olxog  (Haus)  und  bedeutet
Hauswirtschaft.
Eine  Wissenschaft  konnte  die  Nationalökonomie  erst  werden,  als
eine  eigene  Volkswirtschaft  entstanden  war.  Zuerst  haben  die
Griechen  im  5.  und  4.  Jahrhundert  v.  Chr.  in  ihren  philosophischen
Schriften  volkswirtschaftliche  Probleme  erörtert,  also  zu  einer  Zeit,  als
das  Wirtschaftsleben  neue  Bahnen  betrat.  Aus  dem  gleichen  Anlaß
wandte  man  dann  wieder  seit  dem  16.  Jahrhundert  den  wirtschaftlichen
Erscheinungen  größere  Aufmerksamkeit  zu.  Die  beiden  großen  welthistorischen ­
  Ereignisse:  die  Auffindung  des  Seeweges  nach  Indien'und
die  Entdeckung  Amerikas,  boten  der  wissenschaftlichen  Beobachtung  und
Forschung  neue  Gesichtspunkte  und  führten  zur  Bildung  einer  wirklichen
Theorie  des  Wirtschaftslebens,  zu  der  besonderen  Wissenschaft  der  Nationalökonomie ­
  oder  Volkswirtschaftslehre.  „Die  volkswirtschaftlichen  Sätze
und  Wahrheiten  und  die  als  Ideal  empfohlenen  volkswirtschaftlichen
Maßregeln  wurden  aus  der  Moralphilosophie,  dem  Naturrecht  und  der
Staatslehre  ausgelöst  und  zu  einem  selbständigen  Systeme  durch  gewisse
Grundgedanken,  wie  staatliche  Wirtschaftspolitik,  Geldzirkulation,  natürlicher ­
  Verkehr,  Arbeit  und  Arbeitsteilung  verbunden  und  als  selbständiges
Wissensgebiet  hingestellt"  (Schmoller).
A  u  f  g  a  b  e  der  Nationalökonomie  ist  einmal  die  B  e  o  b  a  ch  t  u  n  g  und
D  a  r  st  e  l  l  u  n  g  der  Vorgänge  und  Erscheinungen  des  wirtschaftlichen
Lebens  in  Gegenwart  und  Vergangenheit  (Wirtschaftsgeschichte),  sodann
die  Prüfung  hinsichtlich  ihrer  Regelmäßigkeit,  ihrer  inneren  Zusammenhänge ­
  und  ihrer  Bedeutung  für  den  Gesamtorganismus  (Wirtschaftstheorie),
  und  endlich:  auf  Grund  dieser  Erkenntnis  Richtlinien  zu  geben,
wie  stch  diese  Beziehungen  und  Zusammenhänge  am  zweckmäßigsten  zu
gestalten  haben,  wie  die  Staatsgewalt  (Gesetzgebung  und  Verwaltung)  die
Volkswirtschaft  durch  zielbewußtes  Eingreifen  in  ihren  Entwicklungsgang
beeinflußt  (Wirtschaftspolitik).
Nach  diesen  Gesichtspunkten  wird  die  Nationalökonomie  allgemein  eingeteilt. ­
  Man  unterscheidet:
1.  die  Wirtschaftsgeschichte,
2.  die  Volkswirtschafts  lehre,  Nationalökonomie  im  engeren  Sinne,
auch  allgemeine  oder  theoretische  Nationalökonomie  (Volkswirtschaftslehre) ­
  genannt,  und