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I
3.  die  Volkswirtschafts  Politik,  d.  i.  die  angewandte,  praktische  oder
spezielle  Nationalökonomie.
Die  Volkswirtschaftslehre  hat  die  wirtschaftlichen  Tatsachen
festzustellen,  das  Typische  daran  zu  ermitteln  und  die  Beziehungen,  die
sich  aus  dem  gesellschaftlichen  Verkehr  der  Menschen  ergeben,  zu  untersuchen. ­
  Die  Volkswirtschaftslehre  zeigt:  1.  wie  die  Güter  zustande
kommen,  und  2.  wie  sie  zur  Befriedigung  von  Bedürfnissen  verwendet
werden.  Auf  dem  Wege  der  Beobachtung  sammelt  sie  die  allgemeinen
Regeln,  nach  denen  sich  die  4  Wirtschaftsprozesse  vollziehen:
1.  Erzeugung  der  Güter  (Produktion),
2‘.  Umlauf  und  Austausch  der  Güter  (Zirkulation),
3.  Verteilung  der  Güter  (Distribution)  und
4.  Verbrauch  und  Verzehrung  der  Güter  (Konsumtion).
Ihre  Ergebnisse  findet  die  Volkswirtschaftslehre  durch  die  deduktive ­
  und  durch  die  induktive  Methode.  (Methode  ist  der  Weg,  den  man
beschreiten  muß,  um  zu  wissenschaftlicher  Wahrheit  zu  gelangen.)
Die  deduktive  oder  philosophische  (abstrakte,  mathematische)
Methode  geht  von  bestimmten  feststehenden  Voraussetzungen  (Axiomen,
Grundwahrheiten)  aus  und  gelangt  durch  Vernunftschlüsse  und  Kombinationen ­
  zu  einer  Reihe  von  Behauptungen.  Solche  Voraussetzungen
sind  z.  B.:  der  Mensch  ist  ein  bedürftiges  Wesen;  zur  Befriedigung  seiner
Bedürfnisse  braucht  er  Güter;  diese  Güter  sind  nicht  in  unbeschränkter
Menge  vorhanden.
Die  induktive  Methode  hingegen  (auch  naturwissenschaftliche,  empirische ­
  oder  historische  Methode  genannt)  geht  von  der  Erfahrung  aus,  d.  h.
sie  zieht  Schlüsse  auf  Grund  einer  Reihe  von  Einzelbeobachtungen.  Vier
Beobachtungsmethoden  unterscheidet  Adolph  Wagner  hierbei:  1.  die  unwissenschaftliche ­
  tägliche  Beobachtung;  2.  die  wissenschaftliche  Einzelbeobachtung; ­
  3.  die  strengere  wissenschaftliche  Massenbeobachtung  oder
die  Statistik;  4.  die  minder  streng-wissenschaftliche  und  weniger  massenhafte ­
  Beobachtung  oder  die  Geschichte  (Historik).
Die  Induktion  folgert  aus  dem  Besonderen,  aus  dem  Einzelfall,  das
unbekannte  Allgemeine;  bei  der  Deduktion  hingegen  wird  von  dem  wirklich ­
  Bekannten  oder  als  bekannt  angenommenen  Allgemeinen  zum  unbekannten ­
  Besonderen  vorgegangen.  Die  Deduktion  geht  von  der  voraus-