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gehenden  Ursache  zur  nachfolgenden  Wirkung,  die  Induktion  von  der
nachfolgenden  Wirkung  zur  vorausgehenden  Ursache.
Auf  deduktivem  Wege  kann  man  z.  B.  zu  folgender  Schlußfolgerung ­
  gelangen:  Es  steht  fest,  daß  jeder  Körper,  den  ich  in  der  Hand  halte,
in  dem  Augenblick  zu  Boden  fällt,  in  dem  ich  ihn  loslasse;  der  Gegenstand,
den  ich  in  meiner  Hand  habe,  ist  ein  Körper;  folglich  wird  er,  wenn  ich
ihn  loslasse,  zu  Boden  fallen.  Nach  der  induktiven  Methode  würde
man  folgendermaßen  vorgehen:  Man  nimmt  eine  Reihe  von  Gegenständen
in  die  Hand  und  läßt  sie  los.  Auf  Grund  der  hierbei  angestellten  Beobachtungen ­
  gelangt  man  dann  zu  dem  Ergebnis:  Jeder  Körper,  der  nicht
in  seiner  Lage  festgehalten  wird,  fällt  zu  Boden  (Gravitationsgesetz).
Richtige  Folgerungen  zu  ziehen  aus  der  Geschichte  und  Statistik  wird  in
der  Regel  nur  dem  möglich  sein,  der  einen  Blick  für  das  Praktische  besitzt  und
mit  den  einschlägigen  Verhältnissen  vertraut  ist.  Als  Beweis  dafür,  daß  sich
aus  einer  Statistik,  wenn  die  Zahlen  tendenziös  zusammengestellt  werden,
alles  herauslesen  läßt,  erzählt  C  a  r  e  y  folgende  Anekdote:  Ein  amerikanischer
Regierungsbeamter  erhielt  den  Auftrag,  bestimmte  statistische  Tabellen  anzufertigen. ­
  Als  er  fragte,  welcher  Partei  Behauptungen  er  damit  beweisen  solle,
erhielt  er  die  Antwort:  „Können  Sie  denn  die  Behauptungen  beider  Parteien
beweisen?",  worauf  er  prompt  erwiderte:  „Gewiß,  beide  gleich  gut."'
Der  deduktiven  Methode  bediente  sich  vornehmlich  die  klassische  Nationalökonomie ­
  und  die  österreichische  Schule.  Die  induktive  Methode  wird  von
der  historischen  Schule  sRoscher,  Hildebrand,  Knies,  Schmoller,  Brentano
usw.)  befürwortet.  Bei  Anwendung  beider  Methoden  werden  die  auf  die
eine  Art  erlangten  Ergebnisse  durch  die  auf  die  andere  Art  ermittelten
ergänzt  und  kontrolliert.  Also  nicht:  Deduktion  oder  Induktion  —  der
alte  Meinungskampf  ist  zur  Ruhe  gekommen  —,  sondern  Deduktion  und
Induktion,  Verbindung  beider,  wenn  auch  im  konkreten  Falle  die  eine
oder  die  andere  voransteht  und  vorangeht.  —
Nun  wieder  zurück  zu  unserem  Ausgangspunkt.  Aufgabe  der  Nationalökonomie ­
  ist  es  einmal,  hatten  wir  gesehen,  die  wirtschaftlichen  Erscheinungen
  richtig  zu  erkennen  und  zu  verstehen,  den  Zusammenhang  von
Ursache  und  Wirkung  festzustellen  und  zu  untersuchen,  was  ist?,  wie  ist
es?  (Theorie).
Doch  die  Nationalökonomie  hat  noch  eine  Aufgabe  mehr.  Mit  Recht
hat  man  sie  mit  Anatomie  und  Physiologie  in  den  medizinischen  Wissenschaften ­
  verglichen.  Wie  aber  die  Lehre  vom  Bau  des  Körpers  und  der