volkswirtschaftliche  Untersuchungen  geben  sollen,  bei  allen  oder  häufig
nur  bei  einer  beschränkten  Anzahl  Beteiligter  erhoben.  Bei  der  Statistik ­
  (ziffermäßigen  Erhebung)  wird  der  objektive  Charakter  gewahrt,
während  bei  der  Enquete  auch  subjektive  Urteile  eingefordert  und  abgegeben ­
  werden  können.  Der  Wert  der  Enquete  hängt  davon  ab,  ob  eine
hinlänglich  große  Anzahl  von  Stichproben  erfolgt  ist,  und  ob,  wenn  entgegengesetzte ­
  Interessen  in  Frage  kommen,  Erhebungen  bei  Angehörigen
der  verschiedenen  Parteien  vorgenommen  sind,  so  daß  Irrtümer  infolge
von  Zeugnisbeeinflussung  nicht  entstehen.
„Der  Interessent  hat  das  größte  Interesse,  die  Dinge  so  darzustellen,  wie
sie  für  ihn  persönlich  am  vorteilhaftesten  erscheinen.  Teils  stellt  er  sie  unbewußt ­
  so  dar,  wie  sie  seinem  Vorteil  am  besten  dienen,  teils  fälscht  er  sie  auch
bewußt,  und  oft  lügt  er,  daß  es  geradezu  himmelschreiend  ist."  (Brentano.)
Zur  Ermittlung  von  Tatsachen  des  Wirtschaftslebens  dienen  ferner
persönliche  Anschauung  (Betriebsbesichtigungen),  Befragen  fachkundiger ­
  Leute  usw.
4.  NützlickKelt  volkswirtsckaNlicker  Kenntnisse.
Die  Volkswirtschaftslehre  betrachtet  die  Menschen,  wie  sie  wirtschaften,
d.  h.  sich  die  Mittel  zur  Befriedigung  leiblicher  und  geistiger  Bedürfnisse
beschaffen.  Ist  auch  die  Volkswirtschaftslehre  eine  der  jüngsten  Wissenschaften, ­
  so  steht  sie  doch  an  Wichtigkeit  keiner  andern  nach.  Nicht
gibt  sie  uns  Anweisungen,  wie  man  es  machen  soll,  um  reich  zu  werden,
nicht  lehrt  sie,  wie  man  Metalle  bearbeitet  oder  Münzen  prägt,  nicht  sagt
sie  über  technische  Vorgänge  aus,  aber  sie  zeigt  uns  z.  B.,  unter  welchen
allgemeinen  Bedingungen  eine  Arbeit  produktiv  ist,  welches  der  Nutzen
des  Kapitals  ist,  was  für  Ursachen  es  sind,  die  den  Geldwert  erhöhen  oder
vermindern,  welche  sozialen  Faktoren  auf  die  Steigerung  oder  die  Abnahme
des  Einkommens  und  der  Gewinne  Einfluß  üben,  welche  Umstände  für
die  Höhe  des  Kapitalzinsfußes  maßgebend  sind  usw.,  kurz,  sie  erklärt  das
wirtschaftliche  „Warum".  Die  Nationalökonomie  gibt  ferner  Aufschluß,
in  welchem  Zusammenhange,  in  welchen  Wechselbeziehungen  die  Tätigkeit ­
  des  einzelnen  mit  dem  gesamten  Wirtschaftsleben  steht,  wie  durch
Arbeitsteilung  die  einzelnen  Berufszweige  sich  entwickelt  haben  usw.
Volkswirtschaftliche  Kenntnisse  gehören  daher  heute  zur  Allgemeinbildung ­
  und  sind  nützlich  und  notwendig  für  jedermann,  insbesondere
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