auch  für  den  modernen  Kaufmann  und  I  n  d  u  st  r  i  e  l  l  e  n.  Zu  beachten ­
  ist  aber,  daß  bie  Wirtschaften  einzelner  Privater  nicht  die  des
Volkes  sind,  ihre  Interessen  vielmehr  oft  im  starken  Gegensatz  zueinander
stehen.  Der  Reichtum  eines  Volkes  als  Ganzem,  nicht  der  Reichtum  des
einzelnen  bildet  den  Gegenstand  der  Volkswirtschaftslehre.  Es  wird
durch  die  Beschäftigung  mit  der  Wissenschaft  die  Berufsfreudigkeit ­
  erhöht.  Wenn  auch  Gegenstand  der  Volkswirtschaftslehre  „nicht
das  Handeln,  sondern  das  Erkennen,  nicht  das  Seinsollende,  sondern  das
Seiende  ist,  und  die  Darlegung  des  ursächlichen  Zusammenbruchs,  der  die
Tatsachen  verbindet"  (Brentano),  so  ergeben  sich  doch  daraus  auch  Lehren
für  den,  der  handeln  will,  und  eine  nationalökonomisch  geschulte  Persönlichkeit ­
  wird  aus  den  Kenntnissen,  die  sie  sich  angeeignet  hat,  mancherlei
praktischenNutzen  ziehen.  Ein  Kaufmann  oder  Industrieller  z.  B.,
der  mit  den  Grundlagen  der  Nationalökonomie  und  Wirtschaftsgeschichte
vertraut  ist,  wird  die  Anzeichen  einer  herannahenden  Krisis  in  der  Regel
weit  eher  erkennen  als  seine  Berufskollegen,  und  er  wird  dementsprechend
disponieren.  Das  Studium  der  Volkswirtschaftslehre  führt  ferner,  ebenso
wie  das  puristische  Studium,  zu  großer  Klarheit  im  logischen  Denken  und
schärst  den  Geist.  Mit  wirtschaftlichen  Fragen  haben  sich  vor  allem  auch
die  Parlamente  zu  befassen.  Von  hohem  Wert  ist  es  daher,  daß
wirtschaftliche  Kenntnisse  auch  diejenigen  besitzen,  die  die  Mitglieder  der
Parlamente  wählen,  d.  h.  alle  Staatsbürger.

2  Obst,  Volkswirtschaftslehre.

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