Die  materielle  Produktion  erfolgt:
1.  durch  Okkupation,  d.  h.  Sammlung  und  Aneignung  der  von
der  Natur  gebotenen  Gaben,  ohne  deren  Form  zu  ändern  (Sammeln ­
  wild  wachsender  Pflanzen,  Bergbau,  Jagd,  Fischerei).  Das
Maß  der  erforderlichen  menschlichen  Arbeit  ist  hierbei  sehr  verschieden; ­

2.  durch  Benutzung  der  Naturkräfte  und  Naturstoffe
zur  Hervorbringung  von  Rohstoffen  (Land-  und  Forstwirtschaft,
Viehzucht);
3.  durch  Verarbeitung  (Umformung,  Veredelung)  der  Rohstoffe ­
  (Gewerbe,  Industrie);
4.  durch  Bereitstellung  und  Verteilung  fertig  gestellter
Produkte  und  vorhandener  Güter  (Handel  und  Transportwesen).
Faßt  man  die  beiden  ersten  Tätigkeiten  zusammen,  so  kann  man
ZHauptzweigedermateriellenProduktion  unterscheiden:
1.  Rohstoff-  oder  Urproduktion:  okkupatorische  Gewerbe  (Bergbau,
Jagd,  Fischerei),  Land-  und  Forstwirtschaft.
2.  Rohstoffverarbeitung:  Sie  erfolgt,  um  den  Bodenerzeugnissen ­
  größere  Nutzbarkeit  hinsichtlich  der  Befriedigung  menschlicher
Bedürfnisse  zu  verleihen;  Gewerbe  (Handwerk  und  Fabrikbetrieb).
3.  Güterverteilung:  Handel  und  Verkchr.
Die  auf  das  Zustandekommen  unkörperlicher  Güter  gerichteten
wirtschaftlichen  Tätigkeiten  können  sich  erstrecken  auf  den  Landesschutz
(Sicherung  des  Landes  nach  außen  hin,  Wehrstand),  auf  den  Rechtsschutz
(Sicherung  der  Ordnung  im  Innern,  Beamtenstand),  auf  die  Ausbildung
des  Geistes  (Lehrer,  Gelehrte,  Künstler),  auf  Gesunderhaltung  des  Körpers ­
  (Ärzte)  usw.  Das  Ergebnis  dieser  Tätigkeiten  nennt  man  i  m  -
materielle  Produktion.  —
Die  Produktion  kann  ferner  für  den  e  i  g  e  n  e  n  B  e  d  a  r  f  oder  für  den
Erwerb  erfolgen.  Mit  fortschreitender  Entwicklung  der  Volkswirtschaft ­
  nimmt  die  Produktion  für  eigenen  Bedarf  (die  hauswirtschaftliche
Produktion)  immer  mehr  ab,  die  Produktion  für  fremden  Bedarf ­
  (für  den  Absatz)  wird  größer.  Jeder  produziert  in  der  Regel  dasjenige, ­
  was  er  n  i  ch  t  braucht.  Mit  der  auf  Austausch  gerichteten  Produktion
entwickelt  sich  ein  neuer,  der  Urproduktion  und  der  Rohstoffverarbeitung
ebenbürtiger  Produktionszweig,  der  Handel.  Sein  Zweck  ist  der  gleiche,

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