Das  Land  ist  die  räumliche  Grundlage  der  Produktion.  Jede  Produktion
  hat  also  einen  bestimmten  Standort.  Die  Produktions-  und
Absatzbedingungen  werden  vom  Standort  beeinflußt.
Bestimmend  auf  die  wirtschaftliche  Entwicklung  und  Produktionsfähigkeit ­
  eines  Landes  wirkt  vor  allem  seine  klimatische  Lage  (Atmosphäre, ­
  Sonnenlicht  und  Sonnenwärme,  Feuchtigkeit,  Wassergehalts:  Andauernd ­
  starke  Kälte  beeinflußt,  ebenso  wie  große  Hitze,  Körper  und&gt;  Geist
ungünstig.  Im  heißen  Klima  ist  wohl  die  Natur  freigebiger  als  in  der
gemäßigten  und  in  der  kalten  Zone,  aber  demgegenüber  steht  die  große
Bequemlichkeit  der  Bevölkerung  und  die  Erschlaffung  der  Energie  in  den
Gegenden,  in  denen  „das  Brot  selbst  nur  als  Frucht  gepflückt  wird"
(Byron).  Im  kalten  Klima  ist  das  Umgekehrte  der  Fall:  Großer  Aufwand ­
  von  Arbeit  zur  Befriedigung  der  Bedürfnisse  und  dementsprechend
starke  Energie  und  Widerstandskraft.  Von  der  Gunst  oder  Ungunst  des
Klimas  ist  vor  allem  die  landwirtschaftliche  Produktion  sehr  abhängig.
Weiter  ist  in  der  modernen  Volkswirtschaft  für  Ackerbau  und  Industrie
von  großer  Bedeutung  dieBeschaffenheitdes  Bodens  an  der
Erdoberfläche,  wieinderTiefe  (ob  Berg,  ob  Tal  —  ob  Ackerkrume, ­
  ob  Wasserläufe  —  ob  Erz-  und  Kohlenlagers.  Die  Länder  mit  den
größten  Kohlen-  und  Eisenschätzen  sind  die  ersten  Industriestaaten  geworden. ­

Mit  fortschreitender  Kultur  gelingt  es  dem  Menschen,  sich  immer  mehr
und  mehr  von  dem  Einfluß  der  Natur  zu  befreien:  Auf  die  klimatischen
Verhältnisse  kann  er,  allerdings  nur  in  mäßigen  Grenzen,  durch  Aufforstungen ­
  in  großem  Stile,  Austrocknung  von  Sümpfen  usw.  einwirken.
Das  Verkehrswesen  hat  sich  seit  Aufkommen  der  Eisenbahnen  in  hohem
Maße  unabhängig  von  den  orographischen  Verhältnissen  gestaltet.
Durch  Kapital  und  Arbeitsaufwand  kann  die  Ergiebigkeit  des  Bodens
erhöht  werden,  so  daß  er  einen  größeren  Ertrag  liefert.  Doch  ist  dies  nur
in  gewissen  Grenzen  möglich.  Das  Gesetz  des  abnehmenden
Bodenertrags  sagt,  daß  nach  einer  gewissen  Aufwendung  von  Arbeit
und  Kapital  ein  erhöhter  Aufwand  an  Arbeit  und  Kapital  den  Mehrertrag
nicht  in  gleichem  Verhältnis  steigert.  Die  doppelte  Menge  von  Ammoniak
wird  niemals  eine  doppelte  Ernte  ergeben.  Waren  bis  jetzt  z.  B.  Kapital,
Arbeit  und  Bodenkraft  zu  je  einem  Drittel  beteiligt,  um  100  Produktionseinheiten ­
  zu  erzielen,  so  würden  bei  einer  Verdoppelung  von  Arbeit  und
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