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selbst  und  anderen  gegenüber,  Fleiß  und  Ausdauer,  Gemeinsinn  usw.  Erst
diese  sittlichen  Fähigkeiten  geben  jeder  Arbeit  ihre  rechte  Bedeutung.
Ebensowenig  wie  die  beiden  anderen,  darf  auch  das  ethische  Element  bei
keiner  Art  der  Arbeit  fehlen,  darf  der  Charakter  im  einseitigen  Erwerbsleben
  nicht  Einbuße  erleiden.  Arbeit  und  Natur  bilden  zusammen  die
elementaren  Faktoren  aller  Produktion.  Die  Arbeit  nennt  Petty  (1662)
den  Vater  und  die  Erde  die  Mutter  des  Reichtums.  Die  Arbeit  ist  nicht
bloß  sittliche,  sondern  auch  soziale  Pflicht.  Die  Reichsverfassung  sagt  im
§  163;  „Jeder  Deutsche  hat  unbeschadet  seiner  persönlichen  Freiheit  die
sittliche  Pflicht,  seine  geistigen  und  körperlichen  Kräfte  so  zu  betätigen,
wie  es  das  Wohl  der  Gesamtheit  erfordert."
b)  Wirtschaftlicher  Zweck,  Anstrengung  und  Zwang  als  Merkmale
der  Arbeit.
Jede  Arbeit  muß  einen  wirtschaftlichen  Zweck  haben.  Arbeit
im  weiteren  Sinne  ist  die  Umwandlung  einer  Energieform  in  eine  andere;
so  „arbeitet"  z.  B.  auch  die  Maschine.  Im  engeren  Sinne  jedoch  ist  Arbeit
(wirtschaftliche  Arbeit)  die  zweckbewußte,  d.  h.  die  zur  Erreichung  eines
bestimmten  Zieles  erfolgende,  durch  Verstand  und  Willen  geleitete  Kraftäußerung
  eines  Menschen.
Jede  Arbeit  schließt  A  n  st  r  e  n  g  u  n  g  e  n  in  sich,  und  die  sprachliche  Ableitung ­
  des  Wortes  zeigt,  daß  Mühsal,  Pein,  Beschwerde  damit  verbunden
ist:  das  griechische  nötog,  das  lateinische  labor,  das  französische  travail
bekunden  es.
Die  Mühe  allein  unterscheidet  aber  wicht  die  Arbeit  von  der  Vergnügungstätigkeit, ­
  vom  Spiel  und  vom  Sport;  sondern  eins  der  wesentlichen ­
  Merkmale  der  Arbeit  ist  der  Zwang.  Erfordert  doch  z.  B.  die
Tätigkeit  eines  Schachspielers  größere  geistige,  die  eines  leidenschaftlichen
Tennisspielers  größere  körperliche  Anstrengung  als  etwa  die  Arbeit  eines
tagein,  tagaus  mechanisch  die  Posten  übertragenden  Buchhalters  oder  eines
Kanzlisten  oder  eines  Portiers  usw.  Die  Arbeit  an  und  für  sich  wird  für
die  wenigsten  einen  Reiz  ausüben,  sondern  der  Mensch  arbeitet,  um  sich
die  zur  Befriedigung  seiner  Bedürfnisse  notwendigen  Güter  zu  verschaffen. ­
  Proudhon  sagte  einmal:  „Die  wahre  Arbeit,  die  den  Reichtum ­
  erzeugt,  bedarf  viel  zu  sehr  der  Regel,  der  Ausdauer  und  der  aufopfernden
  Hingebung,  als  daß  sie  lange  die  Freundin  der  Lust  sein  könnte,
die  ihrer  Natur  nach  flüchtig,  unbeständig  und  unordentlich  ist."