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ä)  Das  Problem  der  Arbeitsteilung  und  Arbeitsvereinigung.
Die  Ergiebigkeit  oder  die  Produktivität  der  Arbeit  hängt  in  hohem
Grade  von  ihrer  Organisation  ab,  von  einer  zweckmäßigen  Arbeitsteilung
und  Arbeitsvereinigung.  Unter  Arbeitsteilung  versteht  man  die
Zerlegung  der  Arbeit  in  eine  Reihe  möglichst  einfacher  Operationen,  die
von  verschiedenen  Personen  derart  ausgeübt  werden,  daß  jeder  einen
anderen  Teil  der  Gesamtarbeit  verrichtet,  unter  Arbeitsvereinigung ­
  eine  Verbindung  mehrerer  Personen,  zu  dem  Zweck,  die
Arbeitsverrichtungen  gleichzeitig  oder  nacheinander  auszuüben.  Arbeitsteilung
  setzt  voraus,  daß  mehrere  Arbeiter  sich  in  die  Hände  arbeiten.
Arbeitsteilung  ist  daher  ohne  Arbeitsvereinigung  nicht  möglich.  Der  Gesamtbedarf ­
  an  Gütern  einer  Gemeinschaft  oder  des  einzelnen  wird  nicht
durch  die  isolierte  Arbeit  des  einzelnen,  sondern  durch  gemeinsame  Tätigkeit ­
  aller  gedeckt.
Arbeitsteilung,  allerdings  noch  in  beschränktem  Maße,  finden
wir  bereits  in  den  Anfängen  der  Kultur:  Der  Mann  geht  auf  die  Jagd
und  schafft  die  Nahrung  herbei,  die  Frau  bereitet  sie  zu.  Der  Mann  baut
die  Hütte  und  schützt  sie  vor  feindlichen  Angriffen,  die  Frau  hält  auf  Ordnung ­
  im  Hause,  gerbt  Felle,  näht  Kleider  und  hütet  die  Kinder.  So  rieten
dem  König  Froto  III.  seine  Höflinge,  er  solle  sich  rasch  vermählen,
„damit  ihre  zerrissene  Wäsche  bald  in  Ordnung  gebracht  werde",  und  das
Nibelungenlied  zeigt  uns  Chriemhild  als  geschickte  Putzmacherin.  Zur
Arbeitsteilung  zwischen  Mann  und  Frau  kam  später  eine  Scheidung  des
Volks  in  verschiedene  Berufsklassen.
Bahnbrechend  für  die  Lehre  von  der  Arbeitsteilung  war  Adam
Smith,  der  in  seinem  Werk  „Natur  und  Ursachen  des  Volkswohlstandes" ­
  darauf  hingewiesen  hat,  wie  sich  durch  Arbeitsteilung  die  Arbeitskraft, ­
  d.  h.  die  Leistungsfähigkeit  eines  jeden  einzelnen  in  hohem
Maße  steigern  lasse.  So  könne  z.  B.  ein  G  r  o  b  schmied,  der  nicht  auf  diese
Arbeit  geschult  sei,  an  einem  Tage  nur  200—300  Nägel  anfertigen,  während ­
  der  mit  dieser  Tätigkeit  vertraute  Nagel  schmied  ohne  große  Anstrengung ­
  in  der  gleichen  Zeit  etwa  2300  bis  3000  schaffe.  Ausführlich
behandelt  Smith  dann  die  Arbeitsteilung  an  dem  berühmt  gewordenen
Beispiel  von  der  Stecknadelfabrikation.
„Der  eine  zieht  den  Draht,  der  andere  streckt  ihn,  der  dritte  schneidet  ihn  in
Stücke,  der  vierte  macht  die  Spitze  daran,  der  fünfte  schleift  ihn  am  anderen