Vermögen  nennt  man  die  Gesamtmenge  der  wirtschaftlichen  Güter,
die  sich  über  den  Bedarf  der  laufenden  Wirtschaftsperiodehinaus ­
  im  Eigentum  eines  einzelnen  oder  einer  Gesamtheit ­
  von  Menschen  befinden.  Nach  seinem  Besitzer  unterscheidet  man:
Privatvermögen,  Korporationsvermögen  und  Volksvermögen.
Die  letzten  Jahrzehnte  hatten  Deutschland  eine  sehr  beträchtliche  Steigerung
des  Volksvermögens  gebracht.  Der  jährliche  Vermögenszuwachs  wurde
auf  4  Milliarden  M  geschätzt.  Vor  Kriegsausbruch  schätzte  man  das  Volksvermögen ­
  Deutschlands  auf  300  Milliarden  M,  ebensohoch  das  von  Großbritannien
und  Irland.  Das  Volksvermögen  Frankreichs  wurde  auf  170,  das  der  Vereinigten ­
  Staaten  von  Amerika  auf  450  Milliarden  M  geschätzt.
Weiter  unterscheidet  man  nach  der  Bestimmung  und  späteren  Verwendung: ­
  Genuß-,  Erwerbs-  und  Produktivvermögen.
Als  Genußvermögen  bezeichnet  man  den  Vorrat  an  Gütern,  der
zur  unmittelbaren  Befriedigung  eines  Bedürfnisses  dient  oder  der  geeignet ­
  ist,  uns  irgendwelchen  Genuß  zu  verschaffen.  Dies  geschieht  durch
sofortige  Konsumtion  (Aufzehrung):  Verbrauchs  vermögen,  oder  durch
allmähliche  Konsumtion:  Gebrauchs  vermögen,  oder  ohne  Konsumtion:
Nutz  vermögen.  Die  Güter  (Ziergärten,  Gemälde,  Statuen)  dienen  hier
zur  Befriedigung  eines  ideellen  Bedürfnisses.
Das  Erwerbs  vermögen  (Kapital  im  privatwirtschaftlichen  Sinn)
dient  dem  Besitzer  als  Mittel  des  Erwerbes  von  Gütern:  Er  leiht  Geld
gegen  Zinsen  aus  (Leihkapital),  oder  er  verpachtet  seinen  Acker,  vermietet
sein  Haus  (Nutzkapital).  P  h  i  l  i  p  p  o  v  i  ch  definiert  Erwerbsvermögen
als  alles  das,  dessen  Anwendung  überhaupt  Ertrag  abwirft.
Produktivvermögen  oder  Kapital  (im  volkswirtschaftlichen
Sinne)  nennt  man  diejenigen  Güter  oder  Geldwerte,  die  uns  nicht  direkt
einen  Genuß  verschaffen,  sondern  zur  weiteren  Produktion,  d.  h.  zur  Herstellung
  neuer  (Genuß-)  Güter  oder  zum  Gelderwerb  dienen  (Fabrikgebäude ­
  und  Anlagen,  Roh-  und  Hilfsstoffe,  Werkzeuge,  Maschinen  usw.).
P  h  i  l  i  p  p  o  v  i  ch  definiert:  Produktivvermögen  ist  alles  das,  was  die
Produktion  ertragreicher  gestaltet.  Schwierig  wird  die  Entscheidung
dessen,  was  Kapital  ist,  insofern,  als  manche  Dinge  verschiedenen  Zwecken
dienen.  Ein  Ei  z.  B.  ist  Genußgut,  wenn  man  es  verzehrt,  es  ist  Kapital,
wenn  man  es  ausbrüten  läßt.
JmgewöhnlichenLeb  e  n  wird  fälschlicherweise  Kapital  und  Geld
meist  als  etwas  Synonymes  betrachtet,  während  tatsächlich  doch  neben
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