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Geld  auch  Fabrikgebäude,  Maschinen,  Werkzeuge  usw.  zum  Kapital  zu
rechnen  sind.  Das  Geld  ist  nur  eine  der  zahlreichen  Anlageformen  des
Kapitals,  und  auch  nicht  alles  Geld  ist  Kapital.  Geld  ist  eine  träge
Masse,  und  nicht  ohne  weiteres  fruchtbar.  Das  Geld,  das  in  Strümpfen
verborgen  ist  oder  müßig  in  Kassen  liegt,  ist  k  e  i  n  Kapital.  Zum  Wesen
des  Kapitals  gehört  das  Abwerfen  einer  Rente  (Kapitalzins).
Abgeleitet  wird  das  Wort  Kapital  von  dem  mittelalterlichen  „Capitale"
(capitalis  pars  debiti,  der  Hauptteil  der  Schuld),  womit  man,  ebenso
wie  mit  dem  griechischen  Wort  „mpdkawv“  (das  Hauptsächliche),  die
dargeliehene  Geldsumme,  im  Gegensatz  zu  den  Zinsen,  verstand.  Das
Verbot  des  Zinsnehmens  —  nunmras  nummurn  parere  non  potest,
d.  h.  die  geliehenen  Geldstücke  bringen  keine  Jungen  zur  Welt  —  und
die  zahlreichen  sich  hieran  knüpfenden  Erörterungen  führen  zur  Erkenntnis,
  daß  man  unter  „Kapital"  nicht  bloß  geliehenes  Geld,  sondern  geliehene
  Güter  überhaupt  verstehen  müsse.  Die  Grenzlinie  zu  finden,  zu
sagen,  welche  Güter  Kapital  sind  und  welche  nicht,  ist  sehr  schwierig.  Infolgedessen ­
  gehen  die  Definitionen  der  Nationalökonomen  von  dem
Wort  „Kapital"  zum  Teil  weit  auseinander.
Adam  Smith  sagt:  „Besitzt  jemand  Vermögen  genug,  um  Monate  oder
Jahre  davon  zu  leben,  so  versucht  er  natürlich,  den  größeren  Teil  desselben
nutzbar  zu  machen,  und  verwendet  nur  so  viel  zum  unmittelbaren  Unterhalt,
als  er  bis  zur  Erhebung  seiner  Einkünfte  notwendig  braucht.  So  zerfällt  sein
Vermögen  in  zwei  Teile.  Der  Teil,  von  dem  er  Einkünfte  erwartet,  wird
Kapital  genannt.  Der  andere  dient  zur  unmittelbaren  Verzehrung."
Karl  Marx  nennt  Kapital  vorgetane  Arbeit;  ein  andermal:  Mehrwert
heckenden  Wert.
Roscher  nennt  Kapital  jedes  Produkt,  das  zur  ferneren  wirtschaftlichen
Produktion,  auch  zu  planmäßigem  späteren  Gebrauche,  aufbewahrt  wird.
Nach  Knies  ist  Kapital  der  für  eine  Wirtschaft  vorhandene  Bestand  von
Konsumtions-,  Erwerbs-  und  Produktionsgütern,  der  zur  Befriedigung  des
Bedarfes  in  der  Zukunft  verwendbar  ist.
Wagner  definiert:  „Kapital  ist  derjenige  Teil  des  Vermögensbesitzes  einer
Person,  der  dieser  als  Erwerbsmittel  zur  Erlangung  eines  Einkommens  aus l
ihm  (Rente,  Zins)  dient  ...  Zu  diesem  Kapitalbesitz  gehören  sowohl  Vorräte
beweglicher  Erwerbsmittel  als  auch  Grundstücke  und  Gebäude  in  ihrer  Eigenschaft ­
  als  Rentenfonds."
Schmoller  sagt:  „Kapital  ist  derjenige  Teil  des  Vermögens,  der  werbend
in  irgendeiner  Form  angelegt  ist,  bei  dem  aber  der  Gedanke  der  technisch  verschiedenen ­
  Anlagemöglichkeiten  und  -arten  zurücktritt  gegenüber  seinem  Geldwert
und  der  Rente."