mählich,  zunächst  durch  die  Arbeiterschutzgesetzgebung  und  jetzt  in  ganz  erheblichem ­
  Maße  durch  die  neuen  Wirtschaftsgesetze  (z.  B.  Betriebsrätcgesetz),
  eingeschränkt  wurde.  Das  Ansammeln  des  Kapitals  in  wenig
Händen  hat  wegen  der  scharfen  Differenzierung  der  Gesellschaft  soziale
Bedenken.  Eine  Ausbeutung  der  Lohnarbeiter  gehört  zum  Wesen  des
Kapitalismus,  wenn  man  darunter  nicht  absichtliche  Maßnahmen  des  Unternehmers ­
  versteht,  sondern  nur  den  Umstand,  daß  das  Erträgnis  kollektiver ­
  Arbeit  vornehmlich  einem  einzelnen,  dem  Besitzer  der  Unternehmung, ­
  zufließt.
Andererseits  hat  aber  der  Kapitalismus  auch  zahlreiche  Lichtseiten.
Ohne  ihn  gäbe  es  kein  so  ausgedehntes  Eisenbahn-  und  Telegraphennetz,
ohne  ihn  nicht  die  zahlreichen  Dampferlinien,  deren  Schiffe  alle  Meere
durchkreuzen,  ohne  ihn  wäre  manche  epochemachende  Erfindung  nicht  erfolgt, ­
  zahlreiche  andere  nicht  praktisch  ausgenutzt  worden.  Der  Kapitalismus ­
  ist  durch  die  sachliche  Gütervermehrung,  die  er  ermöglichte,  den  ihm
vorausgegangenen  Wirtschaftsstufen  bei  weitem  überlegen.  Er  hat  ferner
erreicht,  daß  billig  produziert  werden  kann.  „Eine  Hauptstärke  der  kapitalistischen ­
  Unternehmung,  in  der  ihre  Eigenart  am  deutlichsten  hervortritt, ­
  ist",  sagt  Sombart,  „ihre  ausgeprägt  kalkulatorische  Schärfe:  genaue
Preisberechnung  ist  die  Basis  ihres  Wirkens."  Gerade  diese  Übertreibung ­
  des  ökonomischen  Prinzips,  die  zunächst  einmal  Menschenglück
forderte,  ist  doch  die  Grundlage  zum  Massenglück  geworden.  Erst  nachdem
der  Kapitalismus  gelehrt  hat,  was  zweckmäßig  ist,  können  diese  Erkenntnisse
  zum  Nutzen  aller  angewendet  werden.
4.  Zusammenwirken  von  Natur,  Nrbeit  und  kapital
in  Ver  Produktion.
Zu  einer  wirtschaftlichen  Produktion  ist,  wie  wir  bereits  gesehen  haben,
das  Zusammenwirken  von  äußerer  Natur,  Arbeit  und
Kapital  erforderlich.  Diese  Faktoren  sind  aber  nicht  gleichwertig,  und
ihre  Zusammensetzung  ist  verschieden,  je  nach  der  Kulturstufe  und  den
wirtschaftlichen  Verhältnissen  eines  Landes.  In  den  frühesten  Zeiten,  bei
einer  dünnen  Bevölkerung,  die  wenig  Bedürfnisse  hatte,  spielten  die  Gaben
der  äußeren  Natur  die  Hauptrolle.  Die  menschliche  Tätigkeit  beschränkte ­
  sich  auf  Okkupation.  Mit  wachsender  Bevölkerung  konnte  das
bloße  Einsammeln  der  von  der  Natur  gegebenen  Gaben  die  Bedürfnisse
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