des  Menschen  nicht  mehr  befriedigen,  und  die  Arbeit  (Muskelarbeit)
tritt  in  den  Mittelpunkt  der  Produktion.  Handwerk  und  landwirtschaftlicher ­
  Kleinbetrieb  blühen.  Mit  hochentwickelter  Technik  wird  der  Anteil
der  Geistesarbeit  in  der  Produktion  größer  und  wichtiger.  Als  dritter
Faktor  kommt  endlich  das  Kapital  hinzu,  ohne  das,  wie  wir  oben  gezeigt ­
  haben,  heute  nichts  produziert  werden  kann.  Mit  dem  Aufkommen
der  Maschinen,  mit  deren  Übergang  vom  Handwerk  zum  Fabrikbetrieb
spielt  das  Kapital  eine  immer  größere  Rolle,  so  daß  es  heute  der  mächtigste
der  genannten  drei  Faktoren  ist.
In  den  verschiedenen  Produktionszweigen,  in  den  Gewerben,,  in
denen  Natur,  Arbeit  und  Kapital  sich  zur  Gütererzeugung  vereinigen,  ist
das  Verhältnis  der  Produktionsfaktoren  untereinander  sehr  mannigfaltig.
Bald  ist  der  eine,  bald  der  andere  Faktor  vorherrschend,  und  im  Interesse
des  Produzenten  wie  des  Konsumenten  liegt  es,  einen  teueren  Produktionsfaktor ­
  durch  einen  wohlfeileren  zu  ersetzen.  Sind  z.  B.,  wie  es  auf
niedriger  Kulturstufe  der  Fall  ist,  Grundstücke  billig,  Arbeit  und  Kapital
aber  teuer,  so  wird  der  Besitzer  wenig  tun,  um  den  Boden  fruchtbarer  zu
machen,  er  wird  extensiv  wirtschaften,  d.  h.  mehr  die  Natur  als  Arbeit
und  Kapital  wirken  lassen.  In  der  heutigen  Zeit,  bei  den  hohen  Preisen
von  Grund  und  Boden,  wird  dagegen  in  der  Regel  sich  eine  intensive
Wirtschaft  empfehlen:  Man  sucht  durch  erhebliche  Aufwendung  von  Arbeit
und  Kapital  den  Boden  so  ergiebig  wie  irgend  möglich  zu  machen.  Das
gleiche  Prinzip  finden  wir  u.  a.  auch  beim  Bau  von  Häusern:  In  großen
Städten,  in  denen  der  Grund  und  Boden  teuer  ist,  erblicken  wir  hohe
Mietskasernen  mit  vier,  fünf  oder  mehr  Etagen,  während  die  Häuser  in
kleinen  Orten  selten  mehr  als  zwei  Stockwerke  haben.
5.  Der  einflufe  aufeerwirtfcbaftlicber  Sahtoren
auf  vis  Produktion.
Die  materialistische  Geschichtsauffassung  erklärt:  Alle  geistigen  Erscheinungen ­
  sind  abhängig  von  der  wirtschaftlichen  Struktur  der  Gesellschaft, ­
  der  geistige  Oberbau  wird  bestimmt  durch  den  wirtschaftlichen  Unterbau. ­
  Jedenfalls  ist  das  Verhältnis  zwischen  beiden  ein  wechselseitiges.
Dadurch,  daß  jede  Wirtschaft  sich  innerhalb  einer  bestimmten  gesellschaftlichen ­
  Ordnung  abspielt,  werden  ihr  gewisse  Bedingungen  gesetzt,  die  ihr
eine  bestimmte  Form  geben.

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