Vor  allem  ist  es  der  S  t  a  a  t  mit  der  von  ihm  festgelegten  Rechtsordnung,
  der  das  wirtschaftliche  Tun  der  Menschen  beeinflußt,  es  nicht  nur
regelt,  sondern  direkt  in  die  von  ihm  für  richtig  gefundenen  Bahnen  lenkt:
Im  merkantilistischen  Zeitalter  hat  der  Staat  bis  in  die  kleinsten  Kleinigkeiten ­
  hinein  Gang  und  Richtung  der  Produktion  bestimmt.  Selbst  zur
Zeit  der  Gewerbefreiheit  hat  der  Staat  in  bezug  auf  Eigentums-  und  Erbverhältnisse, ­
  auf  Begründung  und  Durchsetzung  wirtschaftlicher  Freiheit
aller  Art  (persönliche  Freiheit,  Freiheit  der  Berufswahl,  Freizügigkeit
usw.)  hervorragend  eingewirkt.  In  neuerer  Zeit  ist  der  Staat  bestrebt,
durch  Übernahme  für  ihn  wichtiger  Betriebe  in  eigene  Verwaltung  Einfluß ­
  auf  die  Produktion  zu  gewinnen.  Und  in  der  Kriegswirtschaft  hat
er  als  Großauftraggeber  technische  Vorschriften  erlassen  und  völlige  Umstellung ­
  zahlreicher  Industriezweige  veranlaßt.  Um  den  großen,  dringlichen ­
  Anforderungen  an  Heeresbedarf,  die  für  das  „Durchhalten"  erforderlich ­
  erschienen,  zu  genügen,  wurden  von  ihm  hohe  Anreizpreise  ge»
währt;  als  Hauptkäufer  war  er  der  Hauptschuldige  an  der  Verteuerung.
Andererseits  suchte  er  durch  Niedrighaltung  der  Preise  für  Gegenstände
des  täglichen  Bedarfs  die  Konsumenten  zu  schützen.  Durch  die  neueste
Entwicklung  (Sozialisierung)  hat  der  staatliche  Einfluß  noch  mehr  überhandgenommen,
  und  das  Ziel  ist:  den  Gang  der  Produktion  ausschließlich ­
  durch  den  Staat  (die  Gesellschaft)  zu  bestimmen.
IV.  Organisation  Der  provuktion.
I.  Begriff  und  Wesen  der  Unternehmung.  Betriebsformen.
Gewinnerzielung  ist  das  Streben  der  kapitalistischen  Wirtschaft.  Ihre
Organisation  liegt  in  den  Händen  der  Unternehmer.  Unternehmer
nennt  man  den,  der  auf  eigene  Rechnung  und  Gefahr  mit  Aussicht  auf
Gewinn  Güterproduktion  für  den  Verkehr  oder  Austauschgeschäfte  besorgt.
Der  Unternehmer  stellt  die  Besitzer  des  Grund  und  Bodens,  die  Arbeiter,
die  Kapitalisten  in  den  Dienst  der  Güterproduktion,  die  bei  der  heutigen
Organisation  der  Volkswirtschaft,  die  auf  Arbeitsteilung  beruht,  hauptsächlich ­
  für  fremden  Bedarf  erfolgt.  L  i  e  f  m  a  n  n  nennt  Unternehmer ­
  diejenigen,  „die  durch  ihre  Kapitalbeteiligung  den  Anstoß  zur  Errichtung ­
  der  Unternehmung  geben,  sie  durch  Erwerbung  der  Anteile  am
Leben  und  in  Tätigkeit  erhalten,  die  das  Risiko  tragen,  und  denen  der  Gewinn
  zufällt."