Unternehmung  ist  demnach  die  Bereinigung  von  Kapital-  und
Arbeits-,  ev.  auch  Bodenkraft,  zum  Zweck  der  Produktion  für  den  Berkehr,
  oder  Besorgung  von  Austauschgeschäften,  auf  Gefahr  und  Rechnung
einer  (physischen  oder  juristischen)  Person  zum  Zwecke  der  Gewinnerzielung. ­
  Bei  der  Unternehmung  wird  also  eigenes  Kapital  und  eigene
Arbeit  mit  fremdem  Kapital  und  fremder  Arbeit  verbunden.  Der  G  e  -
w  i  n  n  des  Unternehmers,  der  mitunter  ein  nicht  unerhebliches  Risiko
übernimmt,  da  er  für  einen  ungewissen  Markt,  auf  künftige  Nachfrage
arbeitet,  besteht  in  der  Differenz  zwischen  den  Produktionskosten  und
dem  für  die  Arbeitsprodukte  erzielten  Preise.  Unvollkommen
nennt  man  eine  Unternehmung,  wenn  der  Unternehmer  nur  die  Produktionsmittel ­
  und  Arbeitskräfte  bereit  hält,  das  Produkt  aber,  um  sein
Risiko  zu  vermindern,  erst  auf  B  e  st  e  l  l  u  n  g  anfertigt.
S  ch  m  o  l  l  e  r  definiert  die  moderne  Geschäftsunternehmung  als  die  „selbständige, ­
  von  der  Familienwirtschaft  der  Unternehmer,  Beamten  und  Arbeiter  äußerlich, ­
  lokal  losgelöste  Geschäftsanstalt,  die  nach  rein  kaufmännischen  und  technischen ­
  Gesichtspunkten  angelegt  und  betrieben,  in  der  Hand  des  das  Kapital
beschaffenden  oder  besitzenden  Unternehmers  mit  Hilfe  geldgelohnter  Beamter,
Kommis,  Techniker  und  Arbeiter  einen  Zweig  des  Handels  oder  der  Produktion
auf  ihre  Gefahr  übernimmt,  für  den  großen  Markt,  oft  einen  nationalen  und
internationalen,  arbeitet,  aber  in  erster  Linie  einen  Gewinn  machen  will".
Die  Unternehmung  hat  gegenüber  der  Produktion,  die  auf  eigene  Rechnung
und  Gefahr  des  Konsumenten  erfolgt,  folgende  volkswirtschaftliche  Vorzüge:
1.  Die  Produktionskosten  sind  im  allgemeinen  tvesentlich  geringer,
  denn  der  Einkauf  der  Rohstoffe  erfolgt  in  großen  Mengen,  die
Nebenprodukte  können  besser  verwertet,  Maschinen  und  Werkzeuge  durch
dauernden  Gebrauch  intensiver  ausgenutzt  werden.  An  Arbeitskräften
wird  durch  weitgehende  Arbeitsteilung  und  Arbeitsvereinigung  gespart.
2.  Da  die  Produktionskosten  geringer  sind,  können  selbst  unter  Berücksichtigung
  des  mit  der  Produktion  für  einen  unbekannten  Markt  verknüpften ­
  Risikos  die  Produkte  billiger  verkauft  werden.  Dadurch  wird
ein  schnellerer  und  größerer  Absatz  erzielt,  der  einen  rascheren
Amsatz  des  Kapitals  und  Verbilligung  der  Transportkosten  ermöglicht.
3.  Sie  schafft  einen  Markt  für  Angebot  und  Nachfrage  von
Kapital  und  Arbeit.
4.  Sie  organisiert  die  Produktion,  zunächst  natürlich  in
der  Absicht,  Gewinn  zu  erzielen.

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