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5.  Durch  das  Produzieren  für  den  Markt  gestattet  sie  eine  rasche
Befriedigung  der  Bedürfnisse  der  Konsumenten,  die
den  Gegenstand,  den  sie  zu  haben  wünschen,  nicht  erst  zu  bestellen  brauchen.
Dem  wirtschaftlichen  Begriff  der  Unternehmung  entspricht  der
technische  des  Betriebes.  S  o  m  b  a  r  t  nennt  Betrieb  eine  „Veranstaltung ­
  zum  Zwecke  fortgesetzter  Werksverrichtung"  und  unterscheidet:
Alleinbetrieb,  Familienbetrieb,  Gehilfenbetrieb,  erweiterter  Gehilfenbetrieb, ­
  Individualbetrieb  im  großen,  gesellschaftlicher  Betrieb  im  kleinen,
Manufaktur  und  Fabrik.  Gewöhnlich  unterscheidet  man  zwischen  Groß-,
Mittel-  und  Kleinbetrieb.  Scharfe  Grenzen  lassen  sich  natürlich  nicht  ziehen.
Charakteristische  Merkmale  für  den  gewerblichen  Großbetrieb
  (mehr  als  50  Personen)  sind:  großes  Anlage-  und  Betriebskapital, ­
  große  Produktion  und  interlokaler  und  internationaler,  die  Konjunktur ­
  ausnutzender  Absatz,  kaufmännische  Oberleitung  (die  dispositive
(anordnendes,  nicht  ausführende  Tätigkeit  ist),  weitgehendste  Arbeitsteilung
  und  Abstufung  der  Arbeitenden  nach  ihren  Fähigkeiten,  wo  es  angängig ­
  ist  Maschinenbetrieb.
Für  den  gewerblichen  Kleinbetrieb  (bis  etwa  5  Personen;
Handwerk)  sind  dementsprechend  charakteristisch:  kleines  Anlage-  und  Betriebskapital, ­
  geringe  Produktion  für  einen  örtlichen,  zum  Teil  festen
Kundenkreis,  Beteiligung  des  Inhabers  (dessen  Bildung  und  soziale
Stellung  sich  wenig  von  der  des  Arbeiters  unterscheidet)  auch  an  der  werktätigen ­
  Arbeit,  mangelhaft  entwickelte  Arbeitsteilung,  Produktion  mit
Werkzeugen  anstatt  mit  Maschinen.
Nach  der  Betriebszählung  von  1907  gab  es  im  Deutschen  Reich:
3124198  Kleinbetriebe  (1—5  Personen)  mit  5363576  Personen,
267  410  Mittelbetriebe  (6—60  Personen)  mit  3644416  Personen,
32007  Großbetriebe  (51  Personen  und  mehr)  mit  5350025  Personen.
Während  bei  der  I  n  d  u  st  r  i  e  und  beim  Handel  die  Entwicklung
vom  Kleinbetrieb  zum  Großbetrieb  fortschreitet,  ist  bei  der  Landwirisch ­
  a  f  t  eher  das  Umgekehrte  zu  beobachten.  Dies  erklärt  sich  zum  Teil
daraus,  daß  bei  Industrie  und  Handel  durch  den  Großbetrieb  die  Ergiebigkeit ­
  der  Produktion  erhöht  und  die  Produktionskosten  vermindert
werden  können,  während  bei  der  Landwirtschaft  unter  den  gegenwärtigen
technischen  Verhältnissen  ein  Bauerngut  in  der  Regel  eine  intensivere
Ausnutzung  des  Bodens  als  ein  Rittergut  ermöglichen  wird.