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der  Befugnis  zur  Prüfung  der  Geschäftsführung  dient  der  Aufsichtsrat,
  der  aus  mindestens  drei  Personen  bestehen  muß.  Über  beiden  steht
die  Generalversammlung,  die  jährlich  mindestens  einmal  stattfinden ­
  muß.  Sie  empfängt  den  Geschäftsbericht,  erteilt  dem  Vorstand  und
dem  Aufsichtsrat  Entlastung  und  setzt  die  Höhe  der  Dividende  fest.
Die  Form  einer  Aktiengesellschaft  bietet  dann  große  Vorzüge, ­
  wenn  es  sich  darum  handelt,  schnell  große  Kapitalien
für  ein  in  Aussicht  genommenes  Unternehmen  zusammenzubringen. ­
  Da  der  einzelne  Anteil  verhältnismäßig  klein  ist  (1000  M
in  der  Regel),  und  die  Übertragung  der  Inhaberaktien  durch  einfache
Übergabe  erfolgt,  so  können  auch  kleinere  Kapitalisten  sich
daran  beteiligen.  Weitere  Vorzüge  der  auf  Aktien  begründeten
Unternehmung  sind,  daß  ihr  Bestand  durch  den  Tod  der  Unternehmer
(Aktionäre)  nicht  gefährdet  i  st,  daß  der  Tod  eines  Direktors  wohl
auf  die  Entwicklung  des  Unternehmens  einen  ungünstigen  Einfluß  ausüben ­
  kann,  aber  nicht  von  solchen  Folgen  begleitet  ist,  wie  z.  B.  mitunter
der  Tod  eines  Gesellschafters  bei  der  offenen  Gesellschaft.  Ein  Direktor
einer  Aktiengesellschaft  braucht  nicht,  wie  ein  Gesellschafter  einer  Privatfirma,
  Vermögen  zu  besitzen,  und  so  können  geschäftstüchtige
Personen  mit  hervorragend  kaufmännischen  bzw.  technischen  Kenntnissen
sich  zu  einer  leitenden  Stellung  emporarbeiten.
Wo  viel  Licht  ist,  ist  viel  Schatten,  und  diese  N  a  ch  t  e  i  l  e  der  Aktiengesellschaft ­
  sind,  wenn  man  auch  die  Übertreibungen  unberücksichtigt  läßt,
immerhin  nicht  unerheblich.  Zunächst  sind  die  U  n  k  o  st  e  n  infolge  der
hohen  Gehälter  der  Direktoren  und  der  Bezüge  der  Aufsichtsräte  durchschnittlich ­
  verhältnismäßig  größer  als  bei  der  Privatfirma.  Der  Verwaltungskörper ­
  arbeitet,  da  ihm  vielfach  die  einheitliche  Leitung
abgeht,  oft  schwerfällig.  Geschmeidigkeit,  Beweglichkeit,  schnelle
Entscheidung,  die  für  den  reinen  Handelsbetrieb  erforderlich  sind,  fehlen
mitunter.  Bei  ungenügender  Überwachung  durch  den  Aufsichtsrat  werden
Unredlichkeiten  der  Direktoren  manchmal  erst  sehr  spät  entdeckt.
Die  Leichtigkeit,  Kredit  zu  erlangen,  führt  in  guten  Zeiten  häufig  zu
Überproduktionen  der  Aktiengesellschaften,  in  Zeiten  des  Niederganges
muß,  nur  um  das  Kapital  zu  beschäftigen,  nicht  selten  ohne  jeden  Gewinn
produziert  werden.  Anfang  1919  betrug  die  Zahl  der  Aktiengesellschaften
irt  Deutschland  5609,  ihr  Kapital  19  743  Millionen  Mark.