Die  Eigenart  des  Bergbaubetriebes  hat  zur  Schaffung  einer  besonderen
Gesellschaftsform,  der  Gewerkschaft,  geführt.  Während  die  Aktiengesellschaft
  eine  Vereinigung  von  Kapitalien  ist,  ist  die  Gewerkschaft  eine
Vereinigung  von  Personen,  die  sich  zur  Ausbeutung  eines  Unternehmens
(Bergwerk)  vereint  haben.  Ein  Bergwerk  wirft  nicht  jährlich  einen  annähernd ­
  gleichen  Betrag  ab,  sondern  sein  Mineralvorrat  erschöpft  sich
mit  den  Jahren.  Da  das  zur  Erschließung  des  Bergwerks  und  Abbau
des  Lagers  erforderliche  Kapital  sich  im  voraus  nicht  berechnen  läßt,  so
ist  das  Grubenfeld,  die  Gewerkschaft,  nicht,  wie  die  Aktiengesellschaft,  in
eine  bestimmte  Anzahl  Anteile  von  gleicher  Größe  eingeteilt,  sondern  in
ideelle  Anteile  an  dem  gesamten  Bergwerksbesitz,  sog.  Kuxe  —
abgeleitet  von  dem  böhmischen  Wort  kukux  —  das  Ertragbringende.
Die  Anzahl  der  Kuxe  beträgt  meist  128,  100  oder  1000.

Die  Mitglieder  der  Gewerkschaft  —  Gewerken  genannt  —  haben,
im  Gegensatz  zum  Aktionär  bei  der  Aktiengesellschaft,  zunächst  keinen  bestimmten ­
  Betrag  einzuzahlen.  Benötigt  die  Gesellschaft  Geld,  so  schreibt
sie  eine  Zubuße  aus.  Die  Gewerken  müssen  zahlen  oder  der  Gewerkschaft
ihren  Kuxschein  zur  Verfügung  stellen.  Nach  dem  Verhältnis  ihres
Kuxenbesitzes  sind  die  Gewerken  am  Gewinn  und  Verlust  beteiligt.  Vierteljährlich ­
  in  der  Regel  werden  die  Überschüsse  als  „Ausbeute"  an  die
Gewerken  zur  Verteilung  gebracht.  Die  Leitung  der  Geschäfte  übt  der
Repräsentant  oder  der  aus  mehreren  Personen  bestehende  G  r  u  -
benvorstand  aus.

V.  Organisation  der  landxvirtsckaktlicden  Produktion.

1.  Stuken  der  lanvwirtsckaktlirlrsn  Entwicklung
(vstrledssvstsme).

a)  Die  Feldgras-  und  die  Brandwirtschaft.
Im  Nildelta  und  in  Mesopotamien  finden  wir  Ackerbau  mit  voller
Seßhaftigkeit  der  Bewohner  schon  zu  einer  Zeit,  in  der  in  Zentralasien,
der  Urheimat  der  Jndogermanen,  noch  Nomadentum  herrschte,  d.  h.  der
Zustand,  in  dem  die  Einwohner  mit  ihrem  Vieh  umherzogen,  und  wenn