die  einen  Weideplätze  abgegrast  waren,  andere  aufsuchten.  Die  Seniiten
wurden  im  Ackerbau  die  Lehrer  der  Arier,  und  die  Tötung  des  Abel  durch
Kain  versinnbildlicht  nach  I  h  e  r  i  n  g  die  Verdrängung  des  Hirtentums
durch  den  Ackerbau.
Als  die  Stämme  allmählich  anfingen,  seßhaft  zu  werden,  entwickelte
sich  ein  geregelter  Ackerbau  in  der  Weise,  daß  ein  kleiner  Teil  des  Weidelandes ­
  bestellt  wurde.  Da  man  aber  Dünger  nicht  kannte,  und  man  es
auch  sonst  nicht  verstand,  den  Boden  ertragsfähig  zu  machen,  so  wurde,
um  dem  Lande  mehr  abzugewinnen,  das  zum  Ackerbau  bestimmte  Weideland ­
  fortwährend  gewechselt.  Man  sucht  ein  geeignetes  Stück  Land  heraus,
bebaut  es  einige  Jahre  mit  Getreide,  um  es  dann  wieder  dem  Graswuchs
zu  überlassen.  Weil  jeder  Teil  des  Bodens  bald  der  Feld-,  bald  der  Graswirtschaft ­
  diente,  so  erhielt  diese  Art  des  Ackerbausystems  den  Namen
Feldgraswirtschaft.
Noch  heute  kommt  diese  Wirtschaftsform  —  bekannt  auch  unter  dem
Namen  Wechselwirtschaft,  Koppelwirtschaft  —  in  verschiedenen ­
  Gebirgsgegenden  Süddeutschlands,  in  einigen  Teilen  der  Alpen
(Egartenwirtschaft)  und  in  einzelnen  Gegenden  Englands  vor.
Meist  ist  sie  allerdings  insofern  geregelt,  als  eine  gewisse  Zeitfolge  für
den  Graswuchs  bzw.  den  Anbau  innegehalten  wird.
Auf  dem  gleichen  Prinzip,  Wechsel  zwischen  Acker-  und  Weideland,  beruht ­
  die  Brandwirtschaft:  Die  obere  Narbe  des  Bodens  samt  den
auf  ihr  wachsenden  Pflanzen  wird  losgelöst,  zu  kleinen  Haufen  aufgeschüttet ­
  und  in  Brand  gesteckt.  Die  Asche  dient  als  Dünger.

b)  Die  Körner-  oder  Felderwirtschaft  und  das  Dreifeldersystem.
Als  man  bei  der  wachsenden  Bevölkerung  sich  genötigt  sah,  größere
Flächen  zu  bebauen,  konnte  nicht  mehr  in  dieser  verschwenderischen  Weise
vorgegangen  werden;  dasselbe  Land  wurde  dauernd  zum  Ackerbau  benutzt.
Damit  aber  der  Boden  ertragreich  blieb,  mußte  man  ihn  sachgemäß  bearbeiten ­
  und  in  der  Bebauung  der  Früchte  abwechseln.  Das  bekannteste
System  war  die  Dreifelderwirtschaft:  Der  Acker  eines  Dorfes,
die  Feldmark,  wurde  in  drei  Felder  oder  Fluren  geteilt,  von  denen  im
jährlichen  Wechsel  eins  mit  Wintergetreide  Weizen  oder  Roggen),  eins

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