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Oft  findet  Arbeitsteilung  in  der  Weise  statt,  daß  von  jedem  Heimarbeiter ­
  in  jeder  Werkstatt  nur  ein  T  e  i  l  p  r  o  d  u  k  t  hergestellt  wird  und
jeder  Unternehmer  dann  so  viele  Gruppen  beschäftigt,  als  zur  Fertigstellung ­
  des  gebrauchsfähigen  Produkts  notwendig  sind,  oder  aber  es  erfolgt ­
  diese  Arbeitsteilung  bereits  in  der  Werkstätte,  d.  h.  der  Heimarbeiter ­
  liefert  gebrauchsfertige  Ware  ab.
Die  Heimarbeit  kann  Hauptgewerbe  oder  Neben  ge  werbe
sein.  Ist  sie  Nebengewerbe,  so  können  die  daran  Beteiligten  ihren  hauswirtschaftlichen ­
  Arbeiten  nachgehen.  Heimarbeit  verrichten  im  Winter
z.  B.  auch  viele  Landleute.  —  Bei  der  modernen  Hausindustrie  ist  der
Verleger  häufig  gleichzeitig  Fabrikant.
Nach  der  Berufsstatistik  von  1607  gab  cs  im  Deutschen  Reiche  457984
Heimarbeiter.
e)  Fabrik.
Die  Vorstufe  zur  Fabrik  ist  die  Manufaktur,  d.h.  die  Vereinigung  einer
größeren  Arbeiterzahl,  die  arbeitsteilig  und  unter  Anwendung  einiger
Maschinen  beschäftigt  war.  Die  Arbeit  beruht  aber  meistens  auf  Handfertigkeit
  (manu  factum).  Überreste  finden  wir  heute  z.  B.  im  Schneideratelier. ­
  Aus  der  Manufaktur  erwuchs  nach  Aufkommen  der  Dampfmaschine ­
  die  Fabrik.
Die  Definitionen  des  Wortes  „Fabrik"  sind  zahlreich  und  vielfach  unzulänglich. ­
  „Es  gibt  keine  allgemein  gültige  Definition  des  Wortes
Fabrik",  erklärte  das  Kaiserliche  Statistische  Amt  mutlos,  und  behalf  sich
dann  damit,  daß  es  sagte:  „Als  Fabriken  gelten  .  .  .  .".  Das  Charakteristikum ­
  der  Fabrik  ist  die  zur  Anwendung  gelangende  Maschinentechnik. ­
  Reuleaux  identifiziert  „Fabrik"  geradezu  mit  „Machinofactur".
Nach  Stieda  stellt  die  Fabrik  eine  Vereinigung  einer,  größeren  Zahl  von
Arbeitern  zu  Produktionszwecken  in  einem  Gebäude  dar,  die  unter  vorzugsweiser ­
  Anwendung  von  Maschinen  und  Motoren  sich  gegenseitig  in  die  Hände
arbeiten,  so  daß  alle  an  der  Herstellung  eines  und  desselben  Gegenstandes  mit
bestimmten  Leistungen  beteiligt  sind.  Die  Anordnung  der  Arbeiten,  sowie  die
Lieferung  der  Rohstoffe,  der  Werkzeuge  und  Maschinen  übernimmt  der  Inhaber
der  Fabrik,  dem  auch  die  Sorge  für  den  Absatz  der  angefertigten  Erzeugnisse
obliegt.  Für  die  Errichtung  der  Fabriken  sind  maßgebend  gewesen  die  veränderte ­
  Gestaltung  des  Absatzes,  der  auf  dem  örtlichen  Markt  nicht  mehr  ausreichend ­
  erschien,  die  sich  weiter  entwickelnde  Arbeitsteilung  und  die  Erfindung
von  Arbeitsmaschinen.