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Verlag  ist  dezentralisierter,  Fabrik  zentralisierter  Großbetrieb.  Der
Produktionsprozeß  der  Fabrik  ist  weit  komplizierter  als  beim  Verlage.
Der  Verleger  beschäftigt  die  Leute  in  der  Regel  in  deren  Wohnungen,  der
Fabrikant  schafft  stets  Betriebsstätten,  in  denen  eine  größere  Zahl  von
Arbeitern  unter  seiner  Oberleitung  gegen  Lohn  tätig  ist.
Der  Fabrikbetrieb  hat,  im  Gegensatz  zu  den  älteren  Produktionsformen,
zum  Hervortreten  eines  Klassengegensatzes  zwischen  Unternehmer  und
Gewerbegehilfen  und  zum  Entstehen  eines  Loh  narbeiter  st  andes
geführt.  Meister  und  Geselle  fühlen  sich  als  Angehörige  der  gleichen
sozialen  Schicht.  Der  Lohnarbeiter  aber  hat,  besonders  je  größeres  Kapital ­
  ein  Gcwerbezweig  verlangt,  jetzt  keine  Aussicht  mehr  auf  Selbständigkeit. ­
  In  der  Mitte  des  19.  Jahrhunderts  freilich  war  es  ihm  durch  Geschäftsklugheit ­
  und  vor  allem  durch  technische  Erfindung  noch  mitunter
möglich,  sich  zum  Kleinmeister,  ja  zum  Unternehmer  emporzuarbeiten.  Die
Tätigkeit  des  Arbeiters  ist  infolge  der  großen  Arbeitsteilung  meist  mechanisierter ­
  und  eintöniger,  als  beim  Handwerksbetrieb  Einen  Vorzug
für  den  Arbeitnehmer  dagegen  bietet  der  Fabrikbetrieb  insofern,  als  die
Arbeitsräume  in  den  Fabrikgebäuden  in  der  Regel  luftiger  und  gesünder
sind,  als  in  der  Wohnung  des  Handwerkers  und  Heimarbeiters.
Volkswirtschaftlich  bietet  der  Fabrikbetrieb  den  Vorteil,  daß  eine  zweckmäßige ­
  Arbeitsteilung  vorgenommen  werden  kann,  so  daß  die  Tätigkeiten
von  Arbeitern  verschiedenartiger  Befähigungen  ineinandergreifen.  Der
Betrieb  wird  auch  dadurch  verbilligt,  daß  die  Einkäufe  von  Rohmaterialien
in  großen  Mengen  erfolgen,  und  daß  infolge  des  Maschinenbetriebes  die
Herstellungskosten  stark  verringert  werden.  Vielen  Artikeln  ist  erst  durch
die  Massenproduktion  Billigkeit,  und  durch  ihre  Billigkeit  ein  Markt  geschaffen ­
  worden.
In  neuester  Zeit  wird,  um  dadurch  den  Absatz  zu  steigern,  versucht,  die
Produktion  gleichförmiger  zu  gestalten.  Herrschte  bisher  eine  reiche
Mannigfaltigkeit  gewerblicher  Erzeugnisse,  so  soll  diesen  jetzt  das  Individuelle ­
  genommen,  sollen  sie  auf  bestimmte  Typen  gebracht  werden.
Wenn  es  mit  dem  ganzen  Produkt  nicht  möglich  ist,  versucht  man  wenigstens ­
  einzelne  Teile  nach  dem  Prinzip  der  Austauschbarkeit  zu  normalisieren. ­
  Die  stets  wiederkehrenden  Einzelteile  können  dann  zu
immer  anderen  Typen  zusammengesetzt  werden.  Dadurch  wird  eine  ge-Misse
  Ständigkeit  der  Konstruktion  erreicht.