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Während  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  und  in  England
bereits  seit  Anfang  dieses  Jahrhunderts  praktische  Normalisierungsarbeit
getrieben  worden  ist,  wurde  der  erste  bedeutungsvolle  Schritt  in  Deutschland ­
  erst  im  Mai  1917  mit  Gründung  des  Normalienausschusses
für  den  deutschen  Maschinenbau  getan.  Im  Dezember  1917  ist  der  Ausschuß ­
  zum  Normenausschuß  der  deutschen  Industrie  erweitert ­
  worden.  In  ihm  arbeiten  gemeinsam  Vertreter  der  technischen
Wissenschaften,  der  Reichs-  und  Staatsbehörden,  der  führenden  Firmen
der  Großindustrie  und  der  technischen  Vereine.
Die  einfache  Fabrikunternehmung  hat  in  letzter  Zeit  eine  weitere  Entwicklung ­
  erlebt:  Auf  der  einen  Seite  durch  Betriebsspezialisation,  auf
der  andern  Seite  durch  Betriebskombination.  Unter  Spezialisierung ­
  versteht  man  die  freiwillige  Beschränkung  des  Arbeitsgebiets
einer  Fabrik  auf  einige  Arten  und  Größen  des  betr.  Artikels  oder  wenigstens ­
  auf  einige  nicht  sehr  verschiedenartige  Artikel.  Häufig  befassen  sich
sogar  große  Spezialfabriken  nur  mit  der  Herstellung  einzelner  Bestandteile ­
  eines  Artikels  (sog.  Teilefabriken),  während  andere  diese  Teile  fertig
kaufen  und  sich  damit  begnügen,  die  letzte  Hand  anzulegen  und  sie  zu
montieren  (zusammenzusetzen).  Die  Spezialisierung  vermindert  die  Selbstkosten ­
  der  Waren  und  somit  die  Preise  in  derselben  Richtung,  wie  die
Arbeitsteilung  überhaupt.  (S.  Elisabeth  Harnisch,  Die  Kartellierungsfähigkeit ­
  der  Maschinenindustrie.)
Unter  Kombination  versteht  man  die  Vereinigung  mehrerer  Betriebe
  zu  einem  Unternehmen.  Die  horizontale  Kombination  umfaßt ­
  Betriebe  gleicher  Art,  die  vertikale  (wirtschaftlich  interessantere)
aufeinanderfolgende  Produktionsstufen.  Gewöhnlich  gliedert  sich  die
Fertigfabrikation  Rohproduktion  und  Halbfabrikation  an,  um  die  hohen
Rohmaterialpreise  zu  umgehen.  Aber  auch  das  Umgekehrte  kommt  vor,
nämlich  dann,  wenn  sich  der  Rohstoffhersteller  festen  Absatz  sichern  will.
Vorteil  der  Kombination  ist:  Bessere  Materialverwertung,  Verminderung
des  Herstellungspreises  durch  Ausschalten  der  Zwischengewinne  und
Transportkosten.  Nachteil  der  Kombination  ist,  daß  durch  die  Kombination ­
  die  Gleichmäßigkeit  der  Produktionskosten  für  das  Gewerbe  gestört ­
  wird.  Kombinationen  finden  wir  vor  allem  bei  den  rheinischen  Eisen»
und  Stahlwerken,  die  sich  Kohlenzechen  angegliedert  haben.  Ein  besonders
charakteristisches  Beispiel  ist  Krupp,  der  neben  seiner  Munitionsfabrik