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Völlig  verändert  wurde  die  Lage  der  Frau  durch  die  i  n  d  u  st  r  i  e  l  l  e
Revolution,  die  Erfindung  der  Maschine.  Hatte  schon  die  Hausindustrie ­
  sich  der  Frauen  bemächtigt,  so  konnte,  als  die  Maschine  menschliche ­
  Muskelkraft  ersparte,  der  männliche  Arbeiter  leicht  durch  die  billigere
Frauenkrast  ersetzt  werden.  Als  die  Maschine  nun  gar  den  Kreis  der
häuslichen  Arbeiten  (Brotbacken,  Spinnen  usw.)  einschränkte,  wurden  auch
die  Frauen  der  mittleren  Stände  auf  außerhäusliche  Erwerbsarbeit  hingewiesen. ­
  Zunächst  wandten  sich  die  Frauen  gewissen  spezifischen  Frauenberufen, ­
  wie  häuslichen  Diensten,  Krankenpflege,  Nähen,  dem  Kellnerinnenberufe ­
  zu;  später  ergriffen  sie  fast  alle  Berufsarten.
1907  zählte  man  in  Deutschland  9%  Millionen  erwerbstätige  Frauen,  d.  h.
l U  aller  Frauen  waren  berufstätig,  sie  bildeten  Vs  aller  Erwerbstätigen  überhaupt. ­
  Von  den  gr/2  Mill.  erwerbstätigen  Frauen  waren  2  Will.  verheiratet.
Die  absolut  größte  Zahl  aller  Frauen  nimmt  die  Landwirtschaft  mit  4%  Mill.
auf.  In  der  Industrie  arbeiten  etwa  2  Mill.  Der  Dienstbotenberuf  ist  zu
98  o/o,  Handel  und  Gewerbe  zu  26%  Bereich  der  Frau.
Infolge  des  Krieges  ist  bis  Ende  1918  die  Zahl  der  erwerbstätigen
Frauen  auf  10%  Millionen  gestiegen.  Ihre  Beschäftigung  hat  sich  auch  auf
Berufe,  die  bisher  nur  den  Männern  vorbehalten  waren  (Verkehrsgewerbe,
Brauerei,  Fleischerei,  Transport-  und  Erdarbeiten  usw.)  ausgedehnt.
Der  Prozentsatz  der  w  e  ib  l  i  ch  e  n  Studenten  stieg  von  2,37  %  (1908)
auf  10%  (1918)  aller  Studierenden;  und  von  den  ortsanwesenden  Studenten
waren  35  %  studierende  Frauen.
Die  allgemeine  Arbeitslosigkeit  nach  Kriegsende  hat  die  Frauen  überhaupt, ­
  nicht  nur  den  Kriegsersatz,  f  a  st  ü  b  e  r  a  l  l  wieder  herausgedrängt.
Da  infolge  der  großen  Zahl  der  Gefallenen  und  Krüppel  jetzt  etwa  jede
7.  Frau  an  sich  ehelos  bleiben  muß,  wird  die  Frauenarbeit  aber  bittere
Notwendigkeit  bleiben.  Eine  natürliche  Arbeitsteilung  mit
Rücksicht  auf  die  physisch-psychischen  Anlagen  der  Geschlechter  tväre  daher
anzustreben:  Die  Frau  muß  heraus  aus  allen  körperlich  schweren  oder  den
sonst  für  den  weiblichen  Organismus  schädlichen  Arbeiten,  hinein  in  alle
Arbeit,  die  ihre  Geschicklichkeit,  Sorgfalt  und  Organisationsfähigkeit  verlangt.
Neben  dieser  Erweiterung  der  Frauenarbeitsgebiete  kommt  die  G  leichst ­
  e  l  l  u  n  g  d  e  r  F  r  a  u  mit  deni  Manne  innerhalbdes  Berufes
als  Problem  in  Betracht.  Nur  1 / 5  aller  Frauen  befinden  sich  in  selbständiger ­
  Stellung;  Vorgesetzten-Stellcn  sind  den  Frauen  im  allgemeinen
verschlossen.  Die  Frauenlöhne,  wie  die  Frauengehälter  betragen  1 / 2 — 2 /s