Aus  diesen  Gründen  ist  das  Entstehen  eines  berufsmäßige!
Handels  st  andes  erklärlich,  der  es  sich  zur  Aufgabe  macht,  bei
Güterumlauf  schnell  zu  regulieren,  d.  h.  das  Gut  möglichst  rasch  ander ­
  Hand  des  Produzenten  in  die  des  Konsumenten  zu  überführen  uni
somit  die  Produktion  zu  befördern.  Der  Handel  vermittelt  zwischen  Produktion ­
  und  Konsumtion,  indem  er  die  Hindernisse,  die  dem  Übergano
der  Ware  von  einer  Hand  zur  andern  entgegenstehen,  beseitigt.
Markt  nennt  man  sowohl  den  Ort,  an  dem  Produzenten  und  Konsumenten, ­
  Verkäufer  und  Kauflustige  zusammentreffen,  als  auch  die  Gesamtheit
  der  Absatzgelegenheiten  für  ein  Gut.  Der  Markt  wird  um  so
bedeutender  sein,  je  rascher  und  bequemer  das  für  den  Absatz  bestimmte
Gut,  die  Ware,  Abnehmer  findet,  sich  vertauschen  läßt,  d.  h.  je  größer
ihre  Zirkulationsfähigkeit  ist.  Diese  wird  einmal  bedingt
durch  den  Gebrauchswert:  Gegenstände,  die  allgemein  gebraucht  werden,
werden  in  der  Regel  eher  Abnehmer  finden  als  Luxus-  und  Kunstgegenstände.
  Sie  hängt  weiter  ab  von  der  Aufbewahrungs-  und  Transportfähigkeit
  und  den  Transportkosten  der  Güter  —  durch  Verbesserung  der
Transportmittel  wird  die  Zirkulationsfähigkeit  der  Güter  erhöht  —,  von
ihrer  Dauerhaftigkeit  usw.
Bei  höherer  Kultur  werden  immer  mehr  Menschen  tauschbedürftig  und
tauschkräftig,  und  es  wächst  die  Schnelligkeit  und  die  Freiheit
des  Güterumlaufs.  „Auf  jeder  ganz  niedrigen  Wirtschaftsstufe  ist
der  Umlauf  tausendfach  gefesselt  durch  die  allgemeine  Rechtsunsicherheit;
in  der  nächsten  Periode  durch  die  Vorrechte  unzähliger  Familien,  Korporationen, ­
  Gemeinden,  Stände  usw.;  weiterhin  gewöhnlich  durch  eine
juristisch  allmächtige  Bevormundung,  ja  Erziehung  von  seiten  des  Staates.
Eine  jede  dieser  Epochen  hebt  die  vorhergehende  auf,  ist  milder  als  sie,
bis  endlich  zur  vollen  Freiheit  gelangt  wird"  sRoscher).  Die  natürliche
Folgerung  aus  den  Grundsätzen  der  persönlichen  Freiheit  und  Unabhängigkeit ­
  ist  die  Freiheit  der  Produktion  und  des  Verkehrs,  der,  nunmehr
aller  Fesseln  ledig,  sich  zur  freien  Konkurrenz,  zur  Handelsund
  Gewerbefreiheit  ausgestaltet.  Diese  unbeschränkte  Konkurrenz ­
  muß  aber  in  sittlicher  Selbstbcherrschung  des  einzelnen  wie  des
gesamten  Volkes  wurzeln,  es  muß  ein  tüchtiger,  gesunder  Mittelstand
vorhanden  sein,  sonst  wird  sie  ein  allgemeines  „gsuve-gui-xeut"  sBazard),
ein  „rnoreeUeinent  inäustriel"  und  ein  „fraude  commerciale“  (Fourier),
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