bei  den  Römern,  wie  aus  der  Etymologie  des  lateinischen  Wortes  pecun
(Geld),  abgeleitet  von  peans  —  Vieh,  hervorgeht.  Vieh  ist  aber  zu  grr
um  allgemein  Zahlgeld  für  den  Handel  zu  sein;  es  ist  daher  wohl  me
Rechengeld  gewesen.  Bei  der  ackerbautreibenden  Bevölkerung  waren  G
treibe  und  Früchte,  bei  kriegerischen  Volkstsämmen  Waffen  und  Krieg
gefangene  Wertmesser  und  Zahlungsmittel.  Diese  und  andere  Ware
die  als  Wertmesser  galten  sReis  in  Japan,  Teeziegel  in  Zentralasiei
wurden  durch  die  Metalle  verdrängt.
Nach  alter,  rationalistischer  Auffassung  ist  das  Geld  be
wußt  geschaffen  worden,  in  der  Erkenntnis,  daß  ein  Tausch  nur  duo
eine  Geldart  möglich  sei.
„Die  ersten  Denker,  die  sich  mit  der  Ergründung  des  Geldwesens  beschä
tigten",  schreibt  Karl  He  lfferich,  „hatten  das  Geld  vor  sich  als  ein
fertige  Einrichtung,  die  gewisse  ans  der  Hand  liegende  Zwecke  auf  das  best
erfüllte;  die  Erkenntnis  der  Zweckmäßigkeit  des  Geldes  sahen  sie  ohne  weitere
als  das  treibende  Moment  bei  der  Einführung  des  Geldes  an;  sie  hielten  da
Geld  für  ein  Erzeugnis  zweckbewußter  menschlicher  Willenstätigkeit."
Nach  neuerer  Auffassung  ist  das  Geld  das  Ergebnis  einer  jahrhun
dertelangen  Entwicklung  und  aus  dem  Handelsverkehr,  aus  dem  Verkeh
mit  Fremden  entstanden.  Die  damals  noch  recht  kostbaren  Metalle  wur
den  zunächst  zu  Schmuckgegenständen  (Spangen,  Ringen  usw.)  verwendet
wie  vorher  schon  Purpur  und  Glas;  später  erst  fertigte  man  aus  der
Metallen  Werkzeuge  an.  Ebenso  wurden  auch  Prunkwaffen  früher  angefertigt
  als  Gebrauchswasfen.  Die  auswärtigen  Händler  ließen  sich  im
Tausch  gegen  die  von  ihnen  gebrachten  Waren  die  Landesprodukte  geben
(Felle,  Elfenbein,  Gold,  Silber  usw.).  Im  inneren  Verkehr  eines  Landes
waren  die  Haupttauschmittel  Naturalien;  der  Schmied  (der  erste  Handwerker!) ­
  nahm  Metalle,  die  von  ihm  teils  verarbeitet,  teils  weiter  im
Austausch  gegeben  wurden.  Das  Metall  wurde  bald  ein  gern  genommenes
Tauschgut,  weil  man  daraus  allerlei  Gerätschaften  und  Schmuck  anfertigen
konnte.
Wir  finden  das  Metall  in  Spiralringen  und  Stäben  von  bestimmter
Größe  und  Dicke.  Nutzen  aus  den  besonderen  Eigenschaften  der  Metalle
konnte  man  erst  ziehen,  als  Wage  und  Gewicht  erfunden  waren.  Die
Goldwage  war  die  erste  Wage,  Fruchtkörner  die  Gewichte.  Das  Karat
ist  der  Kern  des  Johannisbrotes,  das  Grain  des  englischen  Juwelengewichts ­
  das  Gerstenkorn.
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