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der  Bevölkerung  darf  nur  eine  bestimmte  Menge  geprägt  werden.  Wäre
der  Zirkulation  der  Scheidemünzen  keine  Grenze  gezogen,  so  würde  die
Unmenge  unterwertigen  Geldes  das  vollwertige,  gute  Geld  (die  Kurantmünzen) ­
  aus  dem  Verkehr  drängen.  Es  würde  das  Greshamsche
Gesetz  —  benannt  nach  Sir  Thomas  Gresham,  dem  Kanzler  der  Königin
Elisabeth  und  dem  Begründer  der  Londoner  Börse  —  in  Wirksamkeit
treten,  das  sagt:  „Schlechtes  Geld  vertreibt  gutes  Geld,  aber  gutes  Geld
kann  schlechtes  Geld  nicht  vertreiben".  Das  Kurantgeld  würde  aufgespeichert ­
  werden  oder  ins  Ausland  wandern.  Da  die  Scheidemünzen  minderwertig ­
  sind,  darf  sie  selbstverständlich  keine  Privatperson  ausprägen
lassen.
Bei  der  zunehmenden  Erkenntnis  der  Vorzüge,  die  die  Goldmünzen  vor
den  Silbermünzen  haben,  führte  ein  Staat  nach  dem  anderen  die  Goldwährung ­
  ein:  England,  Portugal,  Deutschland,  die  skandinavischen  Staaten,
Finnland,  Rumänien,  Österreich,  Rußland,  Mexiko  usw.  „Nicht  weil
das  Gesetz  der  Silberprägung  Schranken  gezogen  hat,"  sagt  SBctmberge
  r  (Stichworte  der  Silberleute),  „hat  das  Silber  an  Verwendbarkeit ­
  verloren,  sondern  weil  man  es  nicht  mehr  verwenden  wollte,  hat
das  Gesetz  sich  entschließen  müssen,  Schntzmaßregeln  gegen  den  übermäßigen
Zudrang  zu  ergreifen."
Abgesehen  davon,  daß  das  Gold  wegen  seines  hohen  Wertes  sich  besten
zur  Zahlung,  Aufbewahrung  oder  Versendung  als  das  Silber  eignet,
bietet  es  den  Vorteil,  daß  es  dort,  wo  es  die  Grundlage  des  Währungssystems ­
  bildet,  jederzeit  eingeschmolzen  werden  kann,  ohne  daß  der  Eigentümer ­
  einen  nennenswerten  Schaden  erleidet.
Deutschland  hat  seit  Beginn  des  Weltkrieges  die  Goldwährung  aufgegeben. ­
  Wir  haben  jetzt  eine  Goldkernwährung  (minderer  Qualität): ­
  Währung  mit  Papierumlauf  und  zentralem  Goldschatz.  Während
Diehl,  Lansburgh  u.  a.  die  alte  Goldwährung  wieder  anstreben,
möchte  Otto  Heyn  die  im  Kriege  entstandene  Goldkeruioährung,  aber
in  verbesserter  Qualität,  beibehalten.
Frankreich  hat  nach  dem  Kriege  von  1870/71  7  Jahre  warten  müssen,
bis  es  zur  Goldwährung  zurückkehren  und  die  Einlösung  der  Noten  tvieder
aufnehmen  konnte.  Voraussetzung  hierfür  war  sichere  und  dauernde
Wiederherstellung  der  Wechselkurse.  —  Für  uns  liegen  jetzt  die  Verhältnisse ­
  weit  ungünstiger  als  1871  für  Frankreich!