ohne  daß  bares  Geld  zirkuliert.  Die  Banken,  die  Mitglieder  des  Clearing.
Hauses  sind,  kommen  täglich  mehrmals  zusammen,  um  sich  gegenseitig  die
Schecks  auf  ihre  Firmen  auszuhändigen,  und  am  Abend  festzustellen,
welche  Beträge  sie  der  Gesamtheit  der  Clearinghausmitglieder  geliefert
und  welche  Summe  sie  von  ihnen  zu  empfangen  haben.  Die  Differenz  wird
jedem  Mitgliede  auf  seinem  Konto  bei  der  Bank  von  England  gutgeschrieben
  bzw.  belastet.
1883  hat  in  D  e  u  t  s  ch  l  a  n  d  die  Reichsbank  eine  ähnliche  Einrichtung
in  den  A  b  r  e  ch  n  u  n  g  s  st  e  l  l  e  n  geschaffen.  Ihre  Zahl  ist  Anfang  1920
auf  34  angewachsen.  Umgesetzt  wurden  im  Jahre  1919  182,7  Milliarden ­
  M.
Neben  der  Reichsbank,  Aktienbanken  und  Privatbankiers  betreibt  die
P  o  st  in  hohem  Maße  Scheck-  und  Giroverkehr.  Am  1.  Januar  1909  ist
der  P  o  st  s  ch  e  ck  v  e  r  k  e  h  r  in  Deutschland  eröffnet  worden.  Während  in
Österreich  und  in  Ungarn  die  gesamte  Kontenführung  beim  Postsparkassenamt ­
  in  Wien  bzw.  beim  Postscheckamt  in  Budapest  erfolgt,  hat  man  in
Deutschland,  nach  dem  Vorbilde  der  Schweiz,  dem  dezentralisierten  System
den  Vorzug  gegeben.  Infolge  der  niedrigen  Gebühren  und  der  Herabsetzung ­
  der  Stammeinlage  auf  25  M  ist  die  Zahl  der  Teilnehmer  am
Postscheckverkehr  ständig  im  Wachsen  begriffen;  dadurch  wird  auch  die
Möglichkeit  vergrößert,  Übertragungen  von  Postscheckkonto  auf  Postscheckkonto, ­
  d.  h.  bargeldlos,  vorzunehmen.
Betreffs  der  T  e  ch  n  i  k  des  Depositen-,  Scheck-  und  Abrechnungswesens
verweise  ich  auf  die  ausführlichen  Darstellungen  in  meiner  Arbeit
„Das  Bankgeschäft"  (1.  Teil)  und  in  meinem  „Geld-,  Bank-  und
Börsenwesen".
4.  vanknolsn  und  papisrgslv.
Wollen  Banken  oder  Bankiers  ihre  Mittel  vergrößern,  so  geschieht  dies
vielfach  durch  Heranziehung  von  Depositengeldern.  Das  Streben  der
älteren  Depositenbanken  ging  aber  vielfach  dahin,  von  den  Deponenten
unabhängig  zu  werden  und  sich  zinsfreies  Geld  durch  Ausgabe  von  Zahlungsversprechen, ­
  von  Banknoten,  zu  schaffen.  Die  Banknoten  sind  hervorgegangen
  aus  den  von  den  italienischen  Girobanken  über  die  Einlage
von  Geldern  erteilten  Depositenscheinen.  Lauteten  diese  auf  kleine,  abgerundete ­
  Beträge,  so  wanderten  sie  häufig  von  einer  Hand  in  die  andere,
und  lange  Zeit  verging  oft,  bis  sie  der  Bank  zur  Einlösung  präsentiert

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