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2.  Die  Kapitalflucht:  Aus  Steuerscheu  und  Furcht  vor  Beschlagnahme ­
  der  Kriegsgewinne  sind  Milliarden  ins  Ausland  verschleppt  worden. ­
  Diese  Riesenangebote  deutscher  Marknoten  drücken  naturgemäß  deren
Kurs.
3.  Das  Mißtrauendes  Auslandes:  Die  Arbeitsunlust,  die
dauernden,  oft  vom  Zaune  gebrochenen  Streiks,  die  Angst  vor  dem  Bolschewismus ­
  waren  nicht  dazu  angetan,  Deutschland  die  nötig  gebrauchten
Auslandskredite  zu  gewähren;  im  Gegenteil,  die  früher  gewährten  Kredite
wurden  gekündigt.
4.  Der  unorganisierte  Devisenhandel:  Die  straffe  Devisenzentralisation ­
  (Devisenordnung)  war  aufgehoben  worden  und  damit
die  Übersicht  über  den  Markt  und  das  einheitliche  Handeln  verloren  gegangen. ­
  Die  fremden  Devisen,  die  durch  Exporte  erlöst  werden,  kommen
häufig  nicht  auf  den  Markt,  sondern  werden  im  Auslande  und  im  Inlande
  thesauriert.  Man  ist  bestrebt,  sich  für  möglichst  lange  Zeit  vorzuversorgen; ­
  und  dies  Hamstern  ist  nicht  auf  Handel  und  Industrie  beschränkt.
Die  Folgen  des  Tiefstandes  der  Reichsmarkkurse  sind:
1.  eine  fast  unübersteigbare  „Schutzzollmauer":  Wir  wissen
nicht,  wie  wir  die  dringend  notwendigen  Lebensmittel  und  Rohstoffe  bczahlen
  sollen;  aber  auch  für  das  Ausland  ist  dieser  Zustand  nicht  erfreulich;
  da  es  in  Deutschland  einen  guten  Kunden  verliert.
2.  eine  hohe  „Ausfuhrprämie":  Für  den  Exporteur  ist  dies
erfreulich,  nicht  aber  für  das  Volkswohl  und  für  den  heimischen  Ver.
brauchen.  Bedarfsartikel  und  Genußmittel,  die  wir  dringend  benötigen,
sind  ins  Ausland  abgewandert.  Getreide  und  Kartoffeln  sind  in  Riesenmengen ­
  ins  Ausland  verschoben  worden.  Ist  dem  durch  eine  strenge
Strafandrohung  ein  Riegel  vorgeschoben,  so  bleibt  doch  der  große  Ausverkauf ­
  Deutschlands  weiter  bestehen.  Deutschland  ist  infolge  der
niedrigen  Bewertung  seiner  Valuta  das  billigste  Land  der  Welt;  und  den:
Ausländer  ist  es  nicht  zu  verargen,  wenn  er  daraus  Vorteil  zu  ziehen
sucht.  —
Nutzen  von  der  Preissteigerung  ziehen,  abgesehen  von  dem  großen
Kreis  der  „Schieber",  diejenigen,  die  große  Vorräte  besitzen  und  trotz
einschränkender  Verordnungen  swie  z.  B.  der  Kriegswucherverordnungj
in  der  Lage  sind,  sie  zu  steigenden  Preisen  abzugeben.  Nutzen  zichen