Anweisung  zu  erhalten,  die  von  einem  Wechsler  am  fremden  Ort  ausgezahlt ­
  wurde.  Weil  diesen  Anweisungen  ein  Umwechseln  der  Geldsorte ­
  des  einen  Platzes  in  die  des  anderen  zugrunde  lag,  wurden  sie
Wechsel  (cambium)  genannt.
In  seiner  ersten  Periode  war  der  Wechsel  also  ein  T  a  u  s  ch  m  i  t  t  e  l.
Mit  Aufkommen  des  Übertragungsvermerkes  sGiro  oder  Indossament
genannt)  wurde  er  Zahlungsmittel,  ein  Ersatzmittel  für  Geld.
Im  vorigen  Jahrhundert  ist  die  wirtschaftliche  Bedeutung  des  Wechsels
dadurch  erheblich  gewachsen,  daß  man  ihn  als  Kreditmittel  benutzt
hat,  daß  er  dem  Kaufmann  und  Gewerbetreibenden  das  brauchbarste
Werkzeug  geworden  ist,  den  Kredit,  den  er  genießt,  zu  verwerten.
Es  geschieht  dies  dadurch,  daß  der  Wechsel  schon  vor  seinem  Verfalltage
durch  Diskontierung  zu  Geld  gemacht  werden  kann,  vorausgesetzt,
daß  diejenigen,  die  ihre  Unterschriften  darauf  gesetzt  haben,  als  kreditwürdig ­
  erachtet  werden.  Der  Bankier  streckt  die  Summe  vor,  legt  den
Wechsel  in  sein  Portefeuille  und  zieht  ihn  am  Verfalltage  beim  Wechselschuldner ­
  ein.
Machen  wir  uns  dies  an  einem  Beispiel  klar:  Die  Zigarrenfabrik
Müller  &amp;  Co.  erhält  von  100  Zigarrenhändlern  Aufträge  von  je  1000  M.
Bedingung  ist:  3  Monate  Ziel,  d.  h.  jeder  der  100  Zigarrenhändler
braucht  erst  3  Monate  nach  Empfang  der  Ware  die  Rechnung  in  Höhe
von  1000  M  zu  zahlen.  Die  Ware  geht  am  1.  Februar  ab.  Müller  &amp;  Co.
besitzen  also  100  x  1000,  d.  h.  100  000  M  offene  Buchguthaben,  fällig
am  1.  Mai.  Gehen  die  Beträge  an  diesem  Tage  nicht  ein,  so  müssen
Müller  &amp;  Co.  mahnen  und  klagen.  Vor  allem  aber  sind  ihre  Mittel  festgelegt. ­
  Brauchen  sie  Geld,  dann  können  sie  über  die  Buchschuld  in  der
Regel  nicht  verfügen.  Anders,  wenn  statt  der  Buchschuld  eine  Form
gewählt  wird,  die  jegliche  Einrede  des  Schuldners  unmöglich  macht,  ihn
zur  Pünktlichkeit  zwingt  und  vor  allem  den  Vorzug  besitzt,  daß  die  Forderung ­
  jederzeit  leicht  veräußert  werden  kann.  Diese  Form  ist  im  Wechsel
gefunden.  Anstatt  die  100  Zigarrenhändler  mit  je  1000  M  zu  belasten,
schreiben  Müller  &amp;  Co.  100  Wechsel  zu  je  1000  M  aus.  Die  einzelnen
Schuldner  werden  hiervon  in  Kenntnis  gesetzt,  mit  der  Bitte,  sich  mit
der  „Wechsel-Ziehung"  einverstanden  zu  erklären.  Wechselmäßig
verpflichtet  wird  der  Schuldner  erst,  wenn  er  seinen  Namen  auf  den
Wechsel  gesetzt,  wenn  er  „akzeptiert"  hat.  Was  macht  nun  die  Firma

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