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Müller  &amp;  Co.  mit  den  100  Wechseln,  die  am  1.  Mai  fällig  sind?
80  000  M  wird  sie  vielleicht  bei  dem  Bankier,  mit  dem  sie  in  Geschäftsverbindung ­
  steht,  zu  diskontieren  versuchen,  und  dieser  wird,  da  es  sich
um  Warenwechsel,  denen  ein  reelles  Kaufgeschäft  zugrunde  liegt,  handelt,
der  gut  akkreditierten  Firma  die  Wechsel  abkaufen.  Er  zahlt  ihr  80  000  M,
abzüglich  Zinsen  für  die  Zeit  bis  zum  Verfalltage  der  Wechsel  und  einer
Provision.  Die  Zigarrenfabrik  erhält  hierdurch  Mittel,  um  Mieten,
Löhne,  Steuern  und  andere  Unkosten  zu  zahlen.  20  000  M  Wechsel  gibt
sie  vielleicht  den  Firmen,  von  denen  sie  ihre  Rohfabrikate  bezogen  hat,  '
in  Zahlung.
Seine  große  Verbreitung  verdankt  der  Wechsel  in  nicht  geringem  Maße
der  W  e  ch  s  e  l  st  r  e  n  g  e:  Wer  geschrieben,  d.  h.  seine  Unterschrift  auf  den
Wechsel  gesetzt  hat,  muß  zahlen,  sofern  der  Wechsel  in  der  vom  Gesetz
vorgeschriebenen  Form  ausgestellt  ist.  Siehe  darüber  meine  Schriften:
„Wechsel-  und  Scheckkunde"  und  „Geld-,  Bank-  und  Börsenwesen".
b)  Das  Diskontgeschäft.
Diskontieren  heißt,  eine  später  fällig  werdende  Forderung  —  in
der  Regel  handelt  es  sich  um  einen  Wechsel  —  mit  Abzug  der  Zinsen  für
die  Zeit  vom  Tage  des  Ankaufs  bis  zum  Verfalltermin  verkaufen.  Einen
Diskontkredit  einräumen  heißt,  jemanden  zusichern,  bis  zu  einem
im  voraus  bestimmten  Betrage  oder  unbeschränkt  derartige  Forderungen
von  ihm  zu  kaufen.  Diskont  ist  der  vorweg  in  Abzug  gebrachte  Zins.
Ankauf  von  Wechseln  bietet  die  beste  Verwendung  für  Depositengelder,
wenn  die  Banken  vorsichtig  verfahren.  Wechsel  haben  für  die  ankaufende
Bank  vor  allem  den  Vorteil,  daß  sie  bei  Geldbedarf  den  Wechsel  jederzeit
weiter  verkaufen  (rediskontieren)  kann.
Die  Höhe  des  Zinsfußes,  zu  dem  die  Zentralnotenbank  auf  Landeswährung ­
  lautende  Wechsel,  die  eine  Verfallzeit  bis  zu  3  Monaten  haben,
ankauft  sBankrate,  Diskontsatz,  oder  einfach  Diskont  genannt), ­
  hat  erheblichen  Einfluß  auf  das  Wirtschaftsleben.  Der  Zinsfuß
wird  bedingt  durch  allgemeine,  mit  der  eigenen  Volkswirtschaft
eng  verknüpfte  Bestimmungsgründe,  wie  Verhältnis  von  Angebot  und
Bachfrage  nach  flüssigen  Kapitalien,  wirtschaftlicher  Entwicklung,  Lage
^er  Industrie  usw.  und  durch  besondere  Gründe,  wie  z.  B.  Währungsverhältnisse. ­
