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durch  ein  anderes  Gut  des  gleichen  Quantums  ersetzt  werden  können.  Je
mehr  ein  Gut  das  Wesen  der  Vertretbarkeit  besitzt,  desto  lebhafter  wird
sich  in  ihm  ein  Börsenverkehr  entwickeln  können.  Gibt  es  von  einer  Ware
verschiedene  Sorten,  so  werden  sie  zu  gewissen  Mustern  sTypen)  zusammengefaßt. ­
  Man  kauft  nicht  diese  Säcke  Weizen,  die  2000  Zentner
Weizen  enthalten,  sondern  man  kauft  2000  Zentner  Weizen,  oder  man
kauft  nicht  die  Aktien  Nr.  956—960  der  ^-Gesellschaft,  sondern  man
kauft  5  Stück  -----  5000  M  Aktien  der  X-Gesellschaft.  Die  Versammlungen
finden  nicht,  wie  die  Messen,  nur  bei  besonderen  Gelegenheiten,  sondern
in  der  Regel  an  jedem  Wochentage  statt.
Börsen  hat  es  bereits  bei  den  Ägyptern  und  Phöniziern  und  auch  im
alten  Rom  gegeben.  Das  Wort  „Börse"  stammt  vermutlich  von  dem  Platz
in  Brügge,  auf  dem  sich  im  15.  Jahrhundert  der  Geld-  und  Wechselverkehr ­
  konzentrierte,  und  der  de  Burse  hieß  —  so  benannt  nach  der
Patrizierfamilie  van  der  Burse,  die  dort  ihr  Hans  hatte.  Der  Name
wurde  von  Brügge  nach  Antwerpen  übertragen  und  ging  allmählich  in
fast  alle  Sprachen  über.
Die  erste  internationale  Börse  war  die  von  Antwerpen
(1531).  Im  Börsengebäude,  das  die  Inschrift  „in  usum  negotiatorum
cujuseunque  nationis  ac  linguae“  trug,  begegneten  sich  Kaufleute  aus
Belgien,  Holland,  England,  Italien  und  anderen  Ländern.  Ein  Zeitgenosse ­
  schrieb:  „Man  hörte  dort  ein  verworrenes  Geräusch  aller
Sprachen,  man  sah  eine  bunte  Menge  aller  möglichen  Kleidertrachten,
kurz,  die  Antwerpener  Börse  schien  eine  kleine  Welt  zu  sein,  in  der  alle
Teile  der  großen  vereinigt  waren."
Im  17.  Jahrhundert  wurde  A  m  st  e  r  d  a  m  der  Hauptbörsenplatz  der
Welt.  Hier  bildete  sich  die  Technik  des  modernen  Börsenverkehrs  aus,
hier  entstand  das  börsenmäßige  Termingeschäft  und  eine  Getreidebörse,
bei  der  ebenfalls  der  Terminhandel  zur  Anwendung  gelangte.
In  London  bildete  sich  die  Royal  Exchange  im  Jahre  1566,  in
Paris  eine  offizielle  Wechsel-  und  Fondsbörse  1724,  nachdem  vorher
die  Börse  zu  Lyon  eine  hervorragende  Stellung  eingenommen  hatte.
In  Deutschland  entstanden  Wechselbörsen  in  der  ersten  Hälfte  des
16.  Jahrhunderts  in  Augsburg  und  Nürnberg,  in  der  zweiten
Hälfte  in  Hamburg  und  C  ö  l  n,  im  17.  Jahrhundert  in  K  ö  ni  g  s  -
^erg,  Lübeck,  Bremen,  Frankfurt  a.  M.  und  L  e  i  p  z  ig,