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Beim  Warenhandel  unterscheidet  man  hinsichtlich  der  Lieferungszeit ­
  neben  Loko-Geschäften  (Geschäften  in  prompter  Ware)  Geschäfte
in  rollender  oder  schwimmender  Ware,  d.  h.  die  Ware  ist
beim  Geschäftsabschluß  bereits  auf  Eisenbahnen  oder  Schiffen  unterwegs
und  wird  in  einem  ungefähr  bestimmbaren  Zeitpunkt  am  Verkaufsort
anlangen,  und  Geschäfte  in  Ware  auf  Verladung  in  einer
b  e  st  i  m  m  t  e  n  Z  e  i  t,  d.  h.  die  Ware  wird  zu  der  beim  Geschäftsabschluß ­
  vereinbarten  Zeit  verladen.
Geschäftsabschlüsse  in  rollender  oder  schwimmender  Ware  bieten  für  den
Besitzer  überseeischer  Produkte  den  Vorteil,  daß  die  Seereise,  die  auf
Segelschiffen  mehrere  Wochen  beansprucht,  in  der  Erwartung  angetreten
werden  kann,  daß  sich  inzwischen  in  Europa  ein  Abnehmer  gefunden  haben
wird.  Nachricht  über  den  definitiven  Bestimmungsort  der  Ladung  erhalten ­
  die  Schiffe  in  dem  „Order-Hafen",  den  sie  gemäß  der  Abrede  bei
der  Abfahrt  anlaufen.
Beim  Wertpapierhandel  kommen  derartige  (effektive)  Lieferungsgeschäfte,d.
  h.  Geschäfte,  die  erst  zu  einem  späteren  Termin
abgewickelt  werden,  nur  selten  vor.  Die  Lieferung  der  Wertpapiere  erfolgt ­
  an  den  meisten  Börsenplätzen  am  Tage  des  Geschäftsabschlusses;  an
einigen  Plätzen,  wie  Berlin,  meist  am  nächsten  Werktage.  Die  Berliner
Bankfirmen  bedienen  sich  hierbei  der  Vermittlung  der  Bank  des  Berliner ­
  Kassenvereins,  wodurch  die  Zahlungsregulierung  in  hohem  Maße
vereinfacht  wird.  Eine  Bank  z.  B.,  die  an  einem  Tage  200  Posten  zu
liefern  und  180  Posten  abzunehmen  hat,  würde  bei  direkter  Regulierung
zur  Ablieferung  der  Effekten  etwa  12—15  Boten  benötigen.  Sie  würde
ferner  einen  großen  Kassenbestand  für  die  von  ihr  abzunehmenden  Posten
halten  müssen,  da  sie  die  Gelder,  die  sie  einziehen  läßt,  erst  mittags,  wenn
die  Boten  zurückgekehrt  sind,  zur  Verfügung  hat.  Der  Kassierer  wäre
weiter  mit  der  Auszahlung  der  180  Rechnungen  den  ganzen  Vormittag
beschäftigt.  All  dies  wird  vermieden,  wenn  die  Banken  und  Bankiers
frühmorgens  die  Effekten,  die  sie  zu  liefern  haben,  mit  Rechnungen  dem
Kassenverein  übergeben,  der  die  Posten  an  die  Empfänger  verteilt  und
täglich  mit  jeder  Firma  die  zu  empfangenden  und  zu  zahlenden  Beträge
verrechnet.  Die  Differenz  (Saldo)  wird  den  einzelnen  Firmen,  je  nachdem ­
  die  Summe  der  eingelieferten  Rechnungen  größer  als  die  der  abzunehmenden ­
  war,  oder  umgekehrt,  auf  Konto  gutgeschrieben  oder  belastet.