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durch  eine  reiche  Auswahl  allen  Geschmacksrichtungen  und  Launen  der
Kunden  Rechnung.  Dem  Produzenten  verringert  der  Kaufmann  die
Mühe  des  Verkaufs,  sichert  ihm  infolge  seiner  Kenntnis  der  Marktverhältnisse ­
  den  Absatz  und  schafft  durch  seine  Tätigkeit  neue  Märkte  für  die
Produktion,  neue  Absatzgebiete.
„.  .  .  Güter  zu  suchen,  geht  er,  doch  an  sein  Schiss  knüpfet  das  Gute
sich  an."  Nicht  nur  für  den  Produzenten  und  Konsumenten,  sondern  für
die  gesamte  Volkswirtschaft  ist  der  Handel  von  hoher  Bedeutung;
er  lenkt  die  Produktion  in  richtige  Bahnen,  ermöglicht  durch  Zufuhr  von
Lebensmitteln  usw.  die  Anhäufung  von  Menschenmassen  in  den  Groß-^
städten,  bestimmt  und  reguliert  die  Preise,  fördert  das  Verkehrswesen
und  bringt  es  zu  immer  höherer  Leistungsfähigkeit,  nähert  die  Völker
einander,  trägt  zur  Kulturentwicklung  in  hohem  Maße  bei  und  ist  der
Erzieher  zur  Wirtschaftlichkeit  und  Vorsicht.  Handel,  Kultur,  Verkehrswesen ­
  und  Volksleben  stehen  in  einem  innigen  Zusammenhange.
„Ist  der  Handel  produktiv?"  Neue  Güter  schafft  der  Handel ­
  nicht,  und  wenn  man  unter  Produktion  nur  Sachgütererzeugung  versteht, ­
  so  wäre  der  Handel  nicht  produktiv.  Diese  Begrenzung  ist  aber  zu
eng.  Da  jedes  Produkt  erst  im  Konsum  seinen  Endzweck  erreicht,  so
nehmen  auch  jene  Erwerbstätigen  an  der  Produktion  teil,  die  das  Gut
vom  Produzenten  zum  Konsumenten  schaffen,  alle  diejenigen,  die  zu  der
Wertverbesserung  beitragen.  Für  die  deutsche  Hausfrau  z.  B.  hat  der
Kaffee,  der  in  Java  oder  sonstwo  wächst,  Wert  erst  in  dem  Augenblick,
wo  er  ihr  durch  den  Handel  zugeführt  wird.  Der  Kaufmann  spart  dem
Produzenten  und  dem  Konsumenten  Mühe  und  Zeit,  wenn  er  die  Waren
aus  Gegenden,  in  denen  sie  reichlich  vorhanden  sind,  in  Orte  schafft,  wo
sie  fehlen.  Dadurch  erhöht  er  ihre  Brauchbarkeit,  steigert  ihren
Wert.  Die  Produktivität  des  Handels  besteht  also  in  der  Werterhöhung
vorhandener  Güter.
Nach  dem  Objekt  des  Handels  unterscheidet  man:  1.  den  Waren-Handel
  (i  m  engeren  Sinne),  d.  i.  der  Handel  mit  beweglichen
Sachgütern;  2.  den  I  m  m  o  b  i  l  i  e  n  h  a  n  d  e  l  (Liegenschaftshandel),  d.  i.
der  Handel  mit  unbeweglichen  Gütern,  also  der  gewerbsmäßige  Ankauf
von  Grundstücken  und  Häusern  zum  Zwecke  des  Wiederkaufs;  3.  den
Wertpapier-,  Wechsel  -und  Geldhandel,  Bankhandel  oder
das  Bankgeschäft.