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hat.  Den  Handel  der  Karthager  mit  Völkern  im  westlichen  Libyen  schildert
uns  Herodot  anschaulich:  Die  Karthager  legten  ihre  Waren  am  Meeresstrande ­
  aus,  zeigten  dies  durch  eine  Rauchsäule  an  und  kehrten  auf  ihre
Schiffe  zurück.  Nun  erschienen  die  Eingeborenen,  legten  Goldkörner  neben
die  Waren  und  zogen  sich  dann  ihrerseits  zurück.  Fanden  die  Karthager  die
Menge  des  Goldes  angemessen,  so  nahmen  sie  es  und  fuhren  damit  ab;
im  anderen  Falle  bestiegen  sie  wieder  ihre  Schiffe  und  warteten,  bis  die
Eingeborenen  mehr  Gold  hingelegt  hatten.  So  dauerte  es  oft  geraume
Zeit,  bis  ein  Geschäft  zustande  kam.
Dieser  zufällige,  teilweise  schon  gesuchte  Nachbarverkehr  bildet  die  erste
Stufe  des  Handels.  Das  Gefühl,  eine  Ware  oder  einen  Gegenstand,  der
begehrenswert  erscheint,  nicht  zu  besitzen,  während  ein  anderer  sich  in
ihrem  Besitz  befindet,  ruft  instinktmäßig  das  Streben  nach  diesem  Gegenstand ­
  hervor.  Die  zweite  Stufe  ist:  Tausch  mit  direkter  Vergleichung
des  Gebrauchswertes.  Ihr  folgt  der  Tausch  unter  Benützung  von  Wertmessern, ­
  zunächst  Gegenständen  des  täglichen  Gebrauchs,  dann  eigens  geschaffener ­
  Wertmesser,  des  Metallgeldes,  und  später  der  Geldersatzmittel:
Scheck-,  Giro-,  Verrechnungsverkehr  (LllsarinA).
Nach  anderen  Merkmalen  gliedert  man  —  die  Entwicklungsphasen  des
Handels  folgen  nun  aber  nicht  regelmäßig  aufeinander,  etwa  so,  daß  eine
Stufe  auf  die  andere  sich  aufbaut,  sondern  wir  finden  sie  auch  nebeneinander ­
  —:  1.  Form  der  geschlossenen  Hauswirtschaft.  2.  Form  der
Stadtwirtschaft.  Es  besteht  Klein-  und  Lokalverkehr.  Die  Güter  gehen
aus  der  Produzierenden  Wirtschaft  unmittelbar  in  die  konsumierende
über.  Örtliche  Überschüsse  werden  interlokal  vertrieben.  Es  entstehen
feste  Märkte,  und  in  den  Städten  entwickelt  sich  ein  seßhafter  Kaufmannsstand. ­
  Der  Fernverkehr  beginnt;  er  ist  zunächst  Wander-,  dann  Marktund
  Meßhandel.  3.  Form  der  Volkswirtschaft.  Als  Binnenhandel  erstreckt ­
  sich  der  Handel  über  das  ganze  Staatsgebiet.  Als  internationaler
Handel  oder  Welthandel  breitet  er  sich  über  die  ganze  Erde  aus.
Die  Verhältnisse  des  Breslauer  Handlungshauses  T.  O.  Schröter,  wie
sie  uns  Gustav  Freytag  in  seinem  Kaufmannsroman  „Soll  und  Haben"
schildert,  sind  typisch  für  den  deutschen  Handel  bis  zur  Mitte  des  vorigen
Jahrhunderts.  Der  Handel  ist  „L  o  k  o  Handel",  Handel  mit  „greifbarer"
oder  „prompter"  Ware:  die  Ware  liegt  im  Lager  des  Käufers  bereit;
dieser  kann  sie  besichtigen  und  prüfen.  Für  die  gesteigerte  Produktion