Aus  welchen  Posten  setzt  sich  nun  diese  unsichtbare  Einfuhr  und  Ausfuhr ­
  zusammen?  Neben  dem  Warenverkehr  kommen  folgende  Wertübertragungen
und  Zahlungen  in  Betracht:
1.  Die  Einnahmen  aus  dem  internationalen  F  r  a  ch  t  v  e  r  k  e  h  r.
Engländer  und  Holländer  decken  aus  den  Einnahmen  für  Frachten  im  Seeverkehr ­
  einen  großen  Teil  des  Überschusses  ihrer  Einfuhr.
2.  Die  Anlage  von  Kapitalien  in  fremden  Ländern  (Emission
fremder  Wertpapiere).
8.  Einnahmen  aus  Zinsen  und  Dividenden  für  die  im  Ausland
angelegten  Kapitalien.  :^
4.  Gewinn  aus  den  von  Inländern  im  Auslande  betriebenen
Geschäften.  —  Nicht  unbeträchtlich  sind  auch  die  Summen,  die  die  zeitweise ­
  oder  dauernd  im  Auslande  weilenden  Arbeiter  heimsenden.
5.  Einnahmen  aus  dem  Fremdenverkehr.  Die  Schweiz  erzielte  hierdurch ­
  jährlich  mehr  als  100  Millionen  Franken.  Der  Betrag,  den  amerikanische
Vergnügungsreisende  und  Studierende  jährlich  aus  ihrer  Heimat  beziehen,  ist
von  dem  Chef  des  statistischen  Büros  im  Schatzamt  in  Washington  auf  75—100
Millionen  Dollar  geschätzt  worden.
6.  Übertragungen  von  Erbschaften  und  Legaten,  Auszahlung  von
Mitgiften,  Zahlungen  von  Pensionen,  Renten,  Unterst ­
  Übungen  usw.
Alle  diese  Posten  zusammen  mit  einer  richtigen  Handelsbilanz  ergeben
die  Zahlungsbilanz,  die  sich  jedoch  genau  von  keinem  Lande  berechnen ­
  läßt.
Ein  lehrreiches  Bild  gewährt  dieenglischeZahlungsbilanz.  Diese
gestaltete  sich  im  Durchschnitt  der  Jahre  1903—1912  wie  folgt:

in  Milliarden
Dt

Warenausfuhr  9,40
Reingewinn  der  nationalen  Schifffahrt ­
  1,80
Kommissionen,  Versicherungs-  und
Bankgebühren  0,46
Kolonialtribute  0,26
Schiffsverkäufe  0,14
Zinsen  von  ausländischen  Kapitalanlagen
  3,00

15,06

Obgleich  die  Wareneinfuhr  um  3,1
ausfuhr  war,  war  es  England  trotzdem
im  Ausland  nutzbringend  anzulegen.

in  Milliarden

M
Wareneinfuhr  12,50
Überschuß  .  .  .  .  .  .  •  2,56

Wareneinfuhr  12,50
Überschuß  .  .  .  .  .  .  •  2,56

Milliarden  M  größer  als  die  Warenmöglich, ­
  jährlich  etwa  2,5  Milliarden  M

217