Durch  die  Fortschritte,  besonders  in  den  letzten  Jahrzehnten  des  vorige^
Jahrhunderts,  auf  dcm  Gebiete  des  Personen-,  Güter-  und  Nachrichtenverkehrs ­
  hatten  sich  die  Versendungskosten  erheblich  verbilligt.  Dadurch
konnten  die  Produkte  auch  entfernteren  Ländern  zugänglich  gemacht
werden.  Die  durch  Ausdehnung  des  Absatzgebietes  vergrößerte  Produktion ­
  hatte  wieder  zur  Folge,  daß  billiger  verkauft  werden  kann.  Die  allgemeine ­
  Teuerung  hat  jetzt  naturgemäß  auch  die  Tarife  erfaßt,  die
um  ein  Mehrfaches  erhöht  werden  mußten.  Zur  Minderung  der  Preisschwankungen ­
  trägt  das  verbesserte  Nachrichtenwesen  bei,  das  Konsumenten ­
  und  Produzenten  einander  näherbringt  und  einen  Ausgleich
zwischen  Angebot  und  Nachfrage  herstellt.
2.  Stratzsn,  Sckikkakrt,  Lifenvabnsn,  Luktfckikkadrt.
Bei  den  Naturvölkern  gibt  es  keine  Verkehrs  Wege  auf  dem  festen
Land,  sondern  nur  ausgetretene  Pfade.  Die  einzigen  Anlagen  sind  primitive, ­
  meist  aus  einem  Baumstamm  bestehende  Brücken,  die  den  Verkehr
zwischen  den  Flußufern  ermöglichen.  Die  ersten  künstlichen  Wege  wurden
von  den  Phöniziern  angelegt.  Ihre  Schüler  waren  die  Griechen,  die
Straßen  mit  eingeschnittenen  Rinnen  bauten,  die  zu  den  Heiligtümern
führten.  Meister  des  Wegebaues  waren  die  Römer,  die  die  unterworfenen
Länder  systematisch  miteinander  und  mit  dem  Zentralpunkte  des  Weltreiches ­
  durch  Straßen  verbanden.  Mit  dem  Untergang  des  römischen
Reiches  gingen  auch  die  meisten  ihrer  Kunststraßen  dem  Verfall  entgegen,
und  nur  wenige  Reste  der  alten  Römerstraßen  sind  heute  noch  vorhanden.
In  den  nächsten  Jahrhunderten  wurde  im  Straßenbau  nichts  Rühmliches
geleistet.  Kunststraßen  werden  erst  im  19.  Jahrhundert  wieder  in  größerer
Vollkommenheit  geschaffen.
Naturgemäß  war  es,  daß  zuerst  die  n  a  t  ü  r  l  i  ch  e  n  Straßen,  das
Meer  und  die  Flußläufe,  befahren  wurden,  die  man  durch  Regulierungen,
künstliche  Wasserstraßen  sKanäle),  die  Flüsse  und  Meere  miteinander  verbinden, ­
  und  Anlage  von  Häfen  für  den  Verkehr  nutzbarer  gemacht  hat.
Schiffahrt,  wenn  auch  in  primitiver  Form,  trieben  bereits  die
Völker  auf  niedriger  Kulturstufe.  Der  Transport  auf  dem  Wasser  entwickelte ­
  sich  naturgemäß  früher  als  der  auf  dem  Lande.  Wir  unterscheiden
heute  in  der  Hauptsache  Flußschiffahrt  und  Seeschiffahrt.
Beide  haben  durch  Anwendung  der  Dampfkraft  einen  erheblichen  Aus-224

