einkommen  und  einem  Renteneinkommen,  zu  dem  man  die
Grundrente,  den  Kapitalzins  und  Teile  des  Unternehmergewinns  rechnet.
Das  Einkommen,  das,  wie  der  Leihzins,  aus  Vermögensbesitz  oder,  wie
beim  Gewerbebetriebe,  aus  eigener  Verwendung  des  Vermögens  hervorgeht, ­
  nennt  man  fundiertes,  das  auf  der  Arbeit  allein  beruhende
unfundiertes  Einkommen.  Diese  Unterscheidung  ist  insbesondere
für  die  Steuerpraxis  von  Wichtigkeit.
Ein  Teil  des  reinen  Einkommens  ist  g  e  b  u  n  d  e  n  e  s  E  i  n  k  o  m  m  e  n,
über  das  derjenige,  der  es  bezieht,  nicht  nach  Laune  verfügen-  darf,  sondern ­
  das  er  zum  Lebensunterhalt  für  sich  und  seine  Familie  benötigt
(Existenzminimum).  Was  darüber  hinaus  ihm  an  regelmäßigen  Einnahmen ­
  zufließt,  heißt  freies  Einkommen.  Erst  dieses  ermöglicht
die  Weckung  und  Befriedigung  höherer  Kulturbedürfnisse.
Zwischen  den  vier  Einkommensarten  ist  in  den  letzten  Jahrzehnten
eine  Verschiebung  insofern  eingetreten,  als  der  Lohn  der  Arbeiter  und  das
Gehalt  der  Beamten  erheblich  gestiegen  ist.  Was  den  Kapitalzins  anbelangt,
so  ist  infolge  der  Geldinflation  bereits  in  den  letzten  Kriegsjahren,
noch  mehr  aber  jetzt  der  Zins  auf  Wertpapiere  gefallen;  durch
den  gesteigerten  Bedarf  nach  Betriebskapital  aber  ist  der  Zins  für  Gelder,
die  Handel  und  Industrie  als  Darlehen  (oder  Beteiligung)  gewährt
werden,  gestiegen.  Die  Grundrente  ist  in  den  Städten  gestiegen,  während
auf  dem  flachen  Lande  die  Agrarkrisis  einen  zeitweisen  Rückgang  der
Grundrente  herbeigeführt  hat,  von  dem  sich  das  Land  aber  während  des
Krieges  sehr  erholte.
Die  Verteilungdes  Volkseinkommens  ist  von  hoher  Bedeutung ­
  für  das  wirtschaftliche  Wohlbefinden  eines  Landes,  wie  für  die
gesamte  Kulturentwicklung.  Der  Kampf  um  den  Anteil  der  einzelnen  am
gesamten  Reinertrag  bildet  den  Kern  der  „sozialen  Frage".  Die  Gegensätze ­
  zwischen  arm  und  reich  sind  bisher  mit  dem  Fortschritt  der  Kultur
und  der  Technik  immer  größer  geworden.  „Einige  leben  besser  und
behaglicher  als  früher;  aber  anderen  wird  es  dafür  schwer,  jetzt  überhaupt ­
  ihr  Leben  zu  fristen.  Mit  der  Lokomotive  kommt  der  Strolch  ins
Lmid,  und  Armenhäuser  und  Gefängnisse  sind  ebenso  sicher  die  Kennzeichen ­
  des  materiellen  Fortschritts,  wie  prächtige  Wohnpaläste,  reich
ausgestattete  Kaufhäuser  und  herrliche  Kirchen"  (Henry  George).

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