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II.  Die  Grundrente.
I.  Begriff  und  Cntftebung  der  Srundrente.
Unter  „Grundrente"  versteht  man  denjenigen  Teil  des  regelmäßigen
Ertrages  eines  Grundstückes,  der  dem  Eigentümer  nach  Abzug  der  Zinsen
aller  für  Meliorationen  usw.  ausgegebenen  Kapitalien  und  aller  für  die
Bestellung  des  Ackers  usw.  gezahlten  Arbeitslöhne  (für  die  Nutzung  der
ursprünglichen,  nnerschöpflichen  Kräfte  des  Bodens)  zufällt.  Ein  Grundstück ­
  wirft  einen  Ertrag,  eine  Grundrente  ab,  gleichgültig,  ob  der  Eigentümer ­
  es  selbst  bewirtschaftet,  oder  ob  er  einem  anderen  die  Benutzung
überläßt  und  dafür  Pacht  erhält.  Die  Pacht  muß  höher  sein  als  die
Grundrente,  denn  in  dem  Pachtpreise  ist  außer  der  Grundrente  der  in
dem  Boden  und  Besitztum  steckende  Kapitalzins  enthalten:  Kapital  ist
hineingesteckt  worden  zur  Vornahme  von  Meliorationen  (Entwässerung,
Bewässerung,  Rodung  usw.),  zum  Bau  von  Wirtschaftsgebäuden,  zur
Anschaffung  von  Inventar  u.  a.
Woher  kommt  nun  diese  Grundrente,  wie  erklärt  sich  ihr  U  r  s  p  r  u  n  g?
Ursache  aller  Grundrente  ist  die  wachsende  Nachfrage  der  Bevölkerung
nach  Bodenprodukten,  also  Lebensmitteln.  Der  Boden  wird  auf  diese
Weise  zum  Monopolgut,  das  Monopolpreise  erzielt;  genau  so  seine  Produkte. ­
  Auf  drei  verschiedene  Weisen  kommt  die  wachsende  Nachfrage
zum  Ausdruck:
Ist  in  einem  Lande  Boden  noch  im  Überfluß  vorhanden,  und  kann  jeder
ohne  irgendeine  Vergütung  sich  ein  Stück  Land  zur  Bebauung  aussuchen,
so  wird  vermutlich  das  Land  bestellt  werden,  das  mit  den  geringsten
Kosten  an  Zeit  und  Arbeit  die  höchsten  Erträge  abwerfen  wird.  Der
Preis  der  erzielten  Produkte  wird  den  Produktionskosten  entsprechen:
Mehr  wird  niemand  zahlen,  da  es  sonst  für  ihn  vorteilhafter  sein  würde,
selbst  zu  produzieren;  und  unter  den  Produktionskosten  die  Produkte  wegzugeben, ­
  hat  niemand  Interesse.  Ganz  anders  dagegen,  wenn  in  einem
Lande  das  gute  Ackerland  schon  bebaut  ist  und  der  minder  gute  Boden  in
Angriff  genommen  werden  müßte.  Dann  macht  sich  bei  nicht  vermehrbarem, ­
  nur  in  beschränktem  Maße  vorhandenem  Grund  und  Boden  die
Bodenfruchtbarkeit  als  wichtigster  Faktor  geltend.  Da  mit
gleichem  Arbeits-  und  Kapitalaufwande  nicht  die  gleichen  Erträgniste
erzielt  werden  können,  wird  der  Preis  der  Produkte  nun  steigen.  Von