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müßte  dasselbe  wie  vorher  in  9  oder  mehr  Stunden  geleistet  werden,  sonst
muß  auf  die  Dauer  der  Reallohn  eine  sinkende  Tendenz  aufweisen.
5.  Gewinnbeteiligung  der  Arbeiter.
In  Fällen,  wo  ein  Gruppenakkord  sich  nicht  durchführen  läßt  und  die
Zahlung  eines  Werklohnes  nicht  angebracht  erscheint,  wird  das  Interesse
und  der  Fleiß  der  Arbeiter  häufig  durch  Versprechen  einer  Prämie  nach
zufriedenstellender  Arbeit,  z.  B.  nach  Fertigstellung  einer  Maschine,  zu
vergrößern  gesucht.  In  Amerika,  in  England  und  neuerdings  auch  in
Deutschland  haben  die  Unternehmer,  um  die  Arbeiter  anzuspornen,  Prämien
  für  besonders  schnelle  und  gute  Arbeit  ausgesetzt:  Zeitprämien,
Qualitätsprämien,  Ersparnisprämien  (für  besonders  sparsamen  Gebrauch
der  Rohstoffe  und  schonende  Behandlung  der  Werkzeuge),  Kontrollprämien
(für  rechtzeitige  Entdeckung  von  Fehlern)  usw.  Erwähnt  sei  hier  das  Halse ­
  y  -  S  y  st  e  m  und  das  T  a  y  l  o  r  -  S  y  st  e  m.
Halsey  schildert  selbst  das  in  dem  von  ihm  'geleiteten  Betriebe  der  Rand
Drillgesellschaft  angewandte  Zeitprämiensystem  an  folgendem  Beispiel:  Ein  Arbeiter
erhält  täglich  3  K  bei  10  ständiger  Arbeitszeit,  in  der  er  ein  bestimmtes  Stück
herstellt.  Es  wird  ihm  nun  für  jede  durch  Vergrößerung  der  Arbeitsleistung  weniger
bsnötigte  Stunde  eine  Prämie  von  S  0,10  vergütet.  Der  Unternehmer  erspart
auf  diese  Weise  $  0,30;  gibt  er  dem  Arbeiter  $  0,10  ab,  so  ergibt  sich  für  ihn
immer  noch  ein  Nettoverdienst  von  K  0,20.  Braucht  der  Arbeiter,  um  ein  bestimmtes ­
  Stück  herzustellen,  z.  B.  statt  10  nur  8  Stunden,  so  erhält  er  für  diese
8  Stunden  einmal  den  regulären  Lohn  8  x  $  0,30  =  K  2,40  und  für  die  ersparten
2  Stunden  K  0,20,  in  Summe  also  $  2,60,  d.  h.  für  die  Stunde  nicht,  wie  bisher,
$  0,30,  sondern  S  0,325.
Den  Kernpunkt  der  T  a  y  l  o  r  s  ch  e  n  Maßnahmen  bildet  der  Gedanke  einer
Rationalisierung  der  Arbeitsweise  zwecks  Verbesserung  des  Wirkungsgrades
der  Arbeit  auf  Grund  experimenteller  Untersuchungen.  Die  Grundlagen  des
Systems  sind:
1.  die  Arbeitszerlegung  in  kleinste  Elemente  unddiewissenschaftlicheZeitstndie,
2.  die  systematische  Auslese  der  Arbeiter  und
3.  die  Anleitung  und  Weiterbildung  der  als  geeignet  erkannten  Leute  in
friedlicher  Zusammenarbeit  von  Arbeitgeber  und  Arbeitnehmer.
Das  System  der  Gewinnbeteiligung,  d.  h.  Anteil  vom  Reingewinn
  neben  dem  Lohn,  ist  heute  in'mehreren  Ländern,  in  Frankreich,
England  und  Nordamerika,  teilweise  auch  in  Deutschland  (Abbe,
F  r  e  e  s  e)  eingeführt.  Die  Arbeiter  haben  ein  Interesse  daran,  daß  das-Unternehmen
  einen  möglichst  hohen  Reinertrag  erzielt.