zinst  sich  zu  4  %,  heißt  also:  100  M  bringen  in  einem  Jahr  4,  10  000  M
demnach  400  M  Zinsen.
Man  muß,  das  kommt  besonders  bei  Wertpapieren  in  Betracht,  den
nominalen  Zinsfuß  von  dem  tatsächlichen  unterscheiden.
Wer  z.  B.  öprozentige  Kriegsanleihe  bei  einem  Kurse  von  80  %  erworben ­
  hat,  verzinst  sein  Geld  nicht  mit  5  %,  sondern,  da  er  für  100  M
Nennbetrag  nur  80  M  gezahlt  hat,  mit  =  6 '/4°/o-  Von  diesem
tatsächlichen  Zins  geht  neuerdings  noch  die  Kapitalrentensteuer  in  Höhe
von  10  %  ab.
Als  landesüblichen  Zinsfuß  bezeichnet  man  die  durchschnittliche ­
  Höhe  des  durch  Angebot  und  Nachfrage  regulierten  Zinses.  Unterliegt ­
  die  Nachfrage  nach  Darlehen  oder  das  Angebot  großen  Schwankungen, ­
  so  macht  sich  dies  auch  an  der  Höhe  des  Darlehnszinses  bemerkbar. ­
  Solchen  Schlvankungen  sind  die  langfristigen  Darlehen  (Hypotheken)
seltener  ausgesetzt  als  die  kurzfristigen  (Depositengelder,  Wechseldiskont).
Diskont  (s.  S.  187)  ist  gewissermaßen  ein  umgekehrter,  vorweg  in
Abzug  gebrachter  Zins.  Rabatt  ist  eine  Preisermäßigung,  die  entweder ­
  beim  Bezug  größerer  Partien  gewährt  wird,  oder  eine  Provision,
die  dem  Käufer  die  Möglichkeit  gibt,  den  gekauften  Gegenstand  zum  Originalpreise ­
  zu  verkaufen.  Im  Buchhandel  z.  B,  bestimmt  der  Verleger  den
Ladenpreis.  Setzt  er  z.  B.  den  Preis  eines  Buches  mit  10  M  fest,  so  gibt
er  dieses  Buch  dem  Sortimenter  mit  30  %  Rabatt,  also  für  7  M  ab,
damit  dieser  in  der  Lage  ist,  es  zum  Originalpreis  (10  M)  zu  verkaufen.
Hierauf  erhebt  der  Sortimenter  neuerdings  20  %  Teuerungszuschlag,  so
daß  der  Käufer  schließlich  12  M  zu  zahlen  hat.  Skonto  ist  ein  in
Prozenten  ausgedrückter  Abzug,  der  erfolgt,  wenn  der  Schuldner  von  der
&gt;,Ziel"-Vergünstigung  keinen  Gebrauch  macht,  sondern  früher  zahlt,  als  er
laut  Vereinbarung  nötig  gehabt  hätte.  3  %  Skonto  auf  100  M  bedeutet
also,  der  Schuldner  hat  statt  100  M  nur  97  M  zu  entrichten.
2.  Ist  Zinsnebmen  verecktigt?
Die  Frage  der  Berechtigung  des  Zinsnehmens  ist  eine  der  ältesten  der
Nationalökonomie.  Einige  Philosophen,  Kirchenlehrer  und  Sozialisten
haben  den  Zins  verdammt.  So  verwarf  Aristoteles  den  Geldzins,  „weil
Geld  nicht  Geld  erzeuge".  Zins  sei  ein  widernatürlicher  Gewinn.  Aus
den  Worten  der  Bergpredigt  (Lukas  6,  32—36),  die  doch  nur  besagen