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valent  für  die  Nutzung  des  Kapitals  (reiner  Zins)  ist  in  ihm  häufig
ein  Ersatz  für  die  Arbeit  enthalten  (Verwaltungskosten),  und  weiter  eine
Risiko-  oder  Sicherheitsprämie,  die  von  der  Größe  der  mit  dem  Kreditgeschäft ­
  verbundenen  Gefahr  abhängig  ist.  Die  Risikoprämie  bildet  kein
selbständiges  Einkommen.  Sie  sollte  so  kalkuliert  werden,  daß  beim
Mischen  einer  größeren  Anzahl  von  Geschäftsvorfällen  die  tatsächlich  eingerechneten
  Schäden  durch  die  für  diesen  Zweck  eingerechneten  Gewinne
aufgezehrt  werden.  Die  Höhe  der  Risikoprämie  im  Zins  hängt  auch
wieder  von  psychologischen  Momenten,  vom  Volkscharakter  ab.  Man
spricht  von  sicherer  Kapitalsanlage  und  mehr  spekulativer  Kapitalsanlage;
  zu  dieser  rechnet  man  die  Anlagen  in  Aktien,  deren  Verzinsung ­
  infolge  der  Risikoprämien  sich  im  allgemeinen  günstiger  stellt
als  die  von  Staatsanleihen,  Pfandbriefen  oder  Obligationen.
Wenn  für  Lombarddarlehen  der  Zinsfuß  in  der  Regel  ein  Prozent
höher  als  beim  Ankauf  von  Wechseln  (Diskonten)  ist,  so  liegt  dies  meist
nicht  daran,  das  das  Risiko  größer  ist,  sondern  daran,  daß  die  damit
verknüpfte  Arbeit,  die  Verwaltung  und  Aufbewahrung  des  Pfandes,
mehr  Zeit  beansprucht.  Eine  gewisse  Rolle  spielt  dabei  außerdem  noch
die  leichte  Weiterbegebung  (Rediskontierung)  der  Wechsel.
Bestimmungsgründe  des  Zinses  sind  tveiter:
Die  Größe  des  angebotenen  Leihkapitals  im  Verhältnis
zur  Nachfrage.  In  Zeiten  wirtschaftlichen  Aufschwunges  und  gesteigerter
Unternehmungslust,  wo  mehr  Kapital  gebraucht  als  angeboten  wird,  wird
also  der  Zinsfuß  vorübergehend  steigen.  Die  ständigen  Veränderungen
von  Angebot  und  Nachfrage  kommen  zum  ehesten  zum  Ausdrucke  bei
kurzfälligen  Darlehen,  insbesondere  beim  Privatdiskont.  Am  schwerfälligsten ­
  ist  der  Hypothekenzinsfuß.
Die  Zahlungsfähigkeit  des  Darlehn  nehmers  und
die  Sicherheit  hinsichtlich  Kapitals-  und  Zinsrückzahlung.  Sie  hängt  einmal
  von  der  ganzen  wirtschaftlichen  Lage  des  Schuldners  ab,  dann  aber
auch  davon,  wie  und  zu  welchen  Zwecken  das  Darlehn  gefordert  wird.
Die  Wertschätzung  der  Kapitalien,  Dringlichkeit  des  Bedarfs ­
  für  den  Darlehnsnehmer.  Wer  das  Geld  zur  Ausnützung  einer
guten  Konjunktur  benötigt,  wird  im  Hinblick  auf  künftige  hohe  Gewinne
nötigenfalls  hohe  und  höchste  Zinsen  zahlen.
Die  untere  Grenze  des  Zinses  ist  gegeben,  wenn  er  so  niedrig