D.  Ööterverbraucb
(Konsumtion  der  Güter).

l  Begriff  und  strten  Des  öüterverbraucbs.
I.  Was  ist  6üterverbraucfo  ?
Verbrauch  sKonsumtio  n)  ist  gänzliche  oder  teilweise  Vernichtung ­
  der  gegebenen  Formen  der  Güter,  zum  Teil  unter  Aufhebung  oder
Minderung  ihres  Wertes  oder,  wie  Roscher  es  ausdrückt,  „Aufhebung
einer  Brauchbarkeit  ohne  Rücksicht  darauf,  ob  nicht  eine  andere,  höhere
Brauchbarkeit  an  die  Stelle  tritt".
Sie  geschieht  entweder  unbeübsichtigt,  ohne  daß  hiermit  irgendeine ­
  Erfüllung  ihres  Güterzweckes  verbunden  ist,  durch  außerwirtschaftliche ­
  Ursachen  (V  e  r  l  u  st  konfumtion  oder  Güterzerstörung),  oder  sie  ist
nach  menschlicher  Absicht  Gebrauch  oder  Verbrauch  für  wirtschaftliche ­
  Zwecke  (Güterverwertung).
Beispiele  für  Verlustkonsumtion:  Vernichtung  blühender  Städte  durch
Erdbeben,  Brand  eines  Hauses,  schädliche  Wirkung  der  Regenzeit  in  den
Tropenländern,  Verderb  der  Ernte  durch  Hagelschlag,  feindliche  Zerstörungen
im  Kriege,  Brandstiftung.
Sehen  wir  von  der  sog.  Verlustkonsumtion  ab,  so  können  wir  nach  dem
Zweck,  dem  der  Verbrauch  dient,  unterscheiden:  1.  Die  Genußkons
  u  m  t  i  o  n,  die  persönliche,  oder  die  K  o  n  s  u  m  t  i  o  n  i  m  e  n  g  e  -
r  e  n  Sinne:  Die  Güter  werden  v  e  r  braucht  zur  Befriedigung  menschlicher
  Bedürfnisse;  2.  die  Erwerbskonsumlion,  die  technis  ch  c,
oder  der  Güter  gebrauch:  Die  Güter  werden  gebraucht  zu  neuer
Produktion,  und  zwar  derart,  daß  ihre  Form  zerstört  wird,  ihr  Wert
jedoch  in  der  Regel  in  das  neue  Produkt  übergeht.
Im  wirtschaftlichen  Leben  ist  die  Konsumtion  Ausgangspunkt  und
Endziel  aller  Tätigkeit  jeglicher  Produktion.  Der  Mensch  produziert,
um  seine  Bedürfnisse  zu  befriedigen,  d.  h.  um  die  produzierten  Güter  zu
verbrauchen,  um  zu  leben.  Die  Konsumtion  der  Güter  steht  im  wechsel-258

