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Die  Behauptung,  die  Karl  Marx  vor  40  Jahren  aufgestellt  hat,
daß  zwei  Drittel  der  nationalen  Produktion  von  einem  Fünftel  der  Bevölkerung ­
  verbraucht  werde,  entspricht  und  entsprach  Wohl  auch  nie  den
Tatsachen.  So  berechnet  z.  B.  R.  E.  M  a  y  in  seiner  Schrift  „Das  Verhältnis ­
  des  Verbrauches  der  Massen  zu  demjenigen  der  Wohlhabenden
und  Reichen"  (1900)  den  Verbrauch  aller  derjenigen  Deutschen,  die  ein
Jahreseinkommen  unter  3000  M  haben,  auf  das  6fache  des  Verbrauches
der  Personen,  deren  Einkommen  mehr  als  3000  M  beträgt.  Der  Verbrauch ­
  bei  den  Jahreseinkommen  unter  2000  bzw.  unter  1050  M  ist
nach  May  Istzmal  bzw.  2mal  so  groß,  als  der  Verbrauch  aller  derer,
die  ein  Einkommen  von  mehr  als  2000  bzw.  1050  M  besitzen.
Ebenso  unrichtig  wie  die  Behauptung  von  Marx  ist  die  ebenfalls  vielfach ­
  vertretene  Ansicht,  daß  die  Armen  immer  ärmer  und  zahlreicher,  die
Reichen  immer  reicher  und  größer  an  Zahl  würden  und  ein  Verschwinden
der  mittleren  Einkommen  festzustellen  sei.
In  dem  Zeitraum  von  1895—1914  hat  (f.  Zeitschrift  des  Preußischen
Statistischen  Landesamts,  58.  Jahrgang,  1918)  die  Einkommensvermehrnng
  für  die  Gesamteinkommen  über  900  M  den  2,95fachen  Wert  des
Anfangsjahrs  erreicht.  Die  Steigerung  in  der  „unteren  Mittelstandsflösse“
  von  900—3000  M  mit  3,12  ist  stärker,  und  in  der  „reichen
Klasse"  mit  über  100  000  M  Einkommen  mit  3,48  noch  schneller  vor
sich  gegangen.  Die  Gruppe  von  3000—9500  M  hatte  ihren  Einkommensbetrag ­
  2,72mal  vergrößert,  während  die  von  9500—30  500  M  und  von
30  500—100  000  M  hinter  dem  Gesamtlvachstum  zurückgeblieben  war;
diese  mit  2,78,  jene  mit  2,52.
Zu  welchen  Zwecken  werden  nun  diese  Einkommen  verwendet?  Eine
Reihe  diesbezüglicher  Erhebungen  sind  in  Deutschland  gemacht  und  im
Reichsarbeitsblatt  (Berlin  1919)  veröffentlicht  worden.  Ihnen  gegenübergestellt ­
  sind  diesbezügliche  Erhebungen  in  Österreich,  Holland,  Schweden, ­
  Norwegen  und  Dänemark.  Der  Statistiker  Engel  hat  den  Satz
ausgestellt:  „Je  ärmer  durchschnittlich  eine  Familie  ist,  um  so  mehr
Prozente  der  Gesamtausgabe  verwendet  sie  durchschnitlich  auf  Nahrung"
iE  n  g  e  l  s  ch  e  s  G  e  s  e  tz).  Als  Beleg  hierfür  dienen  die  für  1857  für
das  Königreich  Sachsen  von  ihm  ausgestellten  Prozentzahlen,  die  sich
auch  ungefähr  mit  den  für  1855  von  Ducpetiaux  für  Belgien  angegebenen ­
  Zahlen  decken: